Deutsche verzichten weitestgehend auf „Pillen für den Erfolg“

(mpt-631) Schneller, höher, weiter – diese Maxime scheint mittlerweile auch in den Berufsalltag eingezogen zu sein und lässt die Anforderungen an Berufstätige kontinuierlich wachsen. Dabei muss man nicht mehr nur am Arbeitsplatz Höchstleistungen bringen. Auch im Studium wird von den zukünftigen Akademikern immer mehr in immer kürzerer Zeit verlangt. Wer dabei Schwäche zeigt, ist häufig schon so gut wie draußen.

Mittel zur Leistungssteigerung werden abgelehnt

Dieser Leistungsdruck geht mit fatalen Folgen einher: „Braindoping“ – also der Versuch, die eigene Leistungsfähigkeit durch die Einnahme von Tabletten zu steigern – ist für manch einen schon zum unentbehrlichen Hilfsmittel geworden. So nehmen gesunde Menschen Medikamente ein, die im Grunde genommen für erkrankte Personen gedacht sind – zum Beispiel Antidepressiva, die die Stimmung verbessern sollen, oder Amphetamine, die angeblich die Konzentrationsfähigkeit steigern. Auch Beta-Blocker, die eigentlich bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck eingesetzt werden, und andere „Wachmacher“ werden gerne „eingeschmissen“, um lange Arbeitstag voller Power durchzustehen. Verdrängt werden dabei die gesundheitlichen Konsequenzen, welche die Einnahme unnötiger Medikamente zur Folge haben kann.

Glücklicherweise ist es bislang nur eine kleiner Teil der Arbeitnehmer, der derartige Substanzen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit einnimmt. Laut einer Umfrage von TNS-Emnid, die von den Ergo Direkt Versicherungen initiiert wurde, lehnen die meisten Berufstätigen die Einnahme von vermeintlich leistungsfördernden Pillen ab. Rund 85 Prozent gaben an, dass Braindoping für sie auf keinen Fall in Frage kommt. Demgegenüber stehen drei Prozent aller Befragten, die diese Art der Leistungssteigerung schon einmal ausprobiert haben. Etwa jeder Zehnte könnte sich vorstellen, Braindoping zumindest einmal auszuprobieren (weitere Informationen und Zahlen auf ergodirekt.de).

Verglichen mit dem „Gesundheitsreport“ von 2009 hat sich also der Anteil jener, die ihr Gehirn mit Medikamente pushen, leicht erhöht. Die Krankenkasse DAK ließ damals rund 3000 Arbeitnehmer zum Thema „Doping am Arbeitsplatz“ befragen. Zwei Prozent antworteten, dass sie bewusst und mit System zu Pillen greifen, die aus ärztlicher Sicht komplett unnötig sind. Darunter waren rezeptpflichtige Arzneimittel gegen ADHS, Schlafstörungen, Demenz und Depressionen, aber auch zahlreiche freiverkäufliche Präparate. Die befragten Männer wollten durch die Einnahme der Pillen in erster Linie ihre Effektivität steigern, während die Frauen eher ihre Stimmung aufzubessern versuchten.

Studenten „dopen“ meistens mit Kaffee

Dramatischer stellt sich die Lage in den USA dar: Dort haben Untersuchungen gezeigt, dass 25 Prozent der Studenten Braindoping mit medizinischen Hilfsmitteln betreiben. Für den Gebrauch unter deutschen Studenten gibt es bislang keine aussagekräftigen Studien. Laut einer Erhebung des Bundesgesundheitsministeriums aus dem vergangenen Jahr scheint die Einnahme leistungssteigernder Pillen aber eher unüblich zu sein. Neun von zehn der insgesamt 8000 befragten Studenten sagten, dass sie keine zusätzlichen und unnötigen Arzneimittel nutzen. Fünf Prozent versuchen sich allenfalls mit harmlosen Methoden wie Homöopathie, Koffein oder Vitaminen zu pushen. Allerdings gibt es weitere fünf Prozent, die in Stress- und Prüfungssituationen durchaus auf rezeptpflichtige Medikamente wie Aufputsch-, Beruhigungs- oder Schmerzmittel setzen.

Gefahr der Medikamentenabhängigkeit

Die Risiken, die die Einnahme von Pillen in Eigenregie birgt, werden dabei entweder hingenommen oder unterschätzt. Dabei greifen die Substanzen in den Hirnstoffwechsel ein. Deswegen macht Diplom-Psychologe Detlef Staadt aus Offenburg besonders auf die Suchtgefahr aufmerksam, die eine unüberlegte Medikation mit Psychopharmaka zur Folge haben kann. Weil sich aus der Sicht der Einnehmenden die Leistungsfähigkeit durchaus erhöht, tendieren sie dazu, nicht nur immer mehr, sondern auch immer öfter Pillen einzunehmen. Aus der zunächst psychischen Abhängigkeit entsteht dann eine physische, da das gedopte Gehirn der erhöhten Leistungsanforderung nachkommen will – ein gefährlicher Teufelskreis entsteht.

Langzeiteffekt von Braindoping nicht absehbar

Die langfristigen Auswirkungen von Braindoping sind bislang nicht abzusehen. Experten wie Detlef Staadt warnen jedoch: „Es ist nicht absehbar, inwieweit dies zu Persönlichkeitsveränderungen führen kann. Die kognitive Leistungsfähigkeit und eine realistische Urteilsfähigkeit werden langfristig eher reduziert. Bei einer weiteren Verbreitung von psychotropen Substanzen bestehe zwangsläufig die Gefahr, dass sich auch soziale Normen veränderten. Gesellschaftliche Erwartungen an individuelle Leistungsfähigkeit führten dann dazu, dass ein sozialer Druck zur Einnahme dieser Psychopräparate entstehe.“ Braindoping ist also ein äußerst riskantes Spiel, dessen Langzeitfolgen nicht vorherzusagen sind.

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