Die Reise einer Blutspende vom Spender zum Empfänger

Langsam tropft das Blut des 25-Jährigen in den Blutbeutel – einen knappen halben Liter roten Lebenssaft spendet der junge Mann aus Augsburg. Der Zusatz eines Gerinnungshemmers verhindert das Verklumpen. Ist der Beutel voll, wird er verschlossen, gekennzeichnet und begibt sich anschließend auf eine Reise. Diese beginnt mit der Fahrt in das Produktions- und Logistikzentrum des Blutspendedienstes des BRK (BSD) in Wiesentheid.

Jede Blutspende wird nach einer Spendenaktion des BSD in das Produktionszentrum nach Wiesentheid gebracht und dort noch während der Nacht weiterverarbeitet, bevor sie in einem bayerischen Krankenhaus einen Empfänger erreicht. Denn der Blutbeutel, den der Augsburger gefüllt hat, ist nicht der gleiche, den ein Empfänger später erhält. „Der Patient oder die Patientin bekommt immer nur den Bestandteil des Blutes, den er oder sie gerade braucht“, erklärt Dr. Franz Weinauer, Ärztlicher Direktor des Blutspendedienstes des BRK. Dafür wird jede Blutspende, auch die des 25-jährigen Mannes, im Produktionszentrum innerhalb von 24 Stunden in die einzelnen Blutbestandteile aufgetrennt, zu verschiedenen Blutpräparaten weiterverarbeitet und getestet. Das passiert in mehreren Schritten: Filtration, Zentrifugation, Auftrennung und Untersuchung.

Bei der Anlieferung wird jede einzelne Blutkonserve mit einem Barcode-Label zur Nachverfolgung versehen und elektronisch erfasst. Dann werden die Blutbeutel aufgehängt und das Blut läuft langsam durch einen unten am Beutel angehängten Filter in einen anderen Beutel. Dabei werden die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) entfernt, um sicherzustellen, dass beim Empfänger keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Anschließend kommen die Blutspenden in die Zentrifuge, um das Blutplasma von den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu trennen und auch die Blutplättchen zu entfernen. Danach werden die einzelnen Blutbestandteile in verschiedene Beutel abgefüllt. Die Konzentrate aus roten Blutkörperchen werden im immunhämatologischen Labor bei minus 3 Grad zwischengelagert. Sie halten maximal 42 Tage und stehen für den Abruf bereit. Das Plasma ist bis zu drei Jahre haltbar: Es wird bei minus 42 Grad im Kühlraum tiefgefroren. „Für uns ist ganz wichtig: Die Blutpräparate werden erst dann freigegeben, wenn die Untersuchungen des Spenderblutes einwandfrei sind“, erklärt Dr. Franz Weinauer. „Jede Blutprobe wird in unseren Laboren auf HIV, Hepatitis B und C sowie andere Krankheiten untersucht. Fällt ein Test positiv aus, wird der Empfänger von uns schriftlich benachrichtigt und zu einer weiteren Untersuchung eingeladen.“ In solchen Fällen werden Blutspenden zurückgestellt und nicht zur Transfusion zugelassen. Dazu auch Geschäftsführer Georg Götz: „Der Schutz und die Gesundheit der Menschen, die Spenderblut brauchen, stehen für den BSD an oberster Stelle.“

Das Blut des jungen Mannes aus Augsburg ist einwandfrei und kann zum Versand an eines der fünf Institute des BSD in Bayern ausgeliefert werden. Von dort wird es an ein Krankenhaus aus der Region weitergegeben und kommt einem Patienten mit denselben Blutgruppenmerkmalen zugute, der das Spenderblut dringend benötigt – nach einem Blutverlust bei einem Unfall, für die Behandlung im Rahmen einer Krebstherapie oder als Blutkonserve bei einer größeren Operation. Damit ist die Blutspende an ihrem Bestimmungsort angekommen und hilft einem anderen Menschen weiterzuleben.

Der Blutspendedienst des BRK gibt täglich Blutspendetermine in Städten und Gemeinden in ganz Bayern bekannt – auch in Ihrer Nähe.

Der Blutspendedienst des BRK (BSD) wurde 1953 vom Bayerischen Roten Kreuz mit dem Auftrag gegründet, die Versorgung mit Blutprodukten in Bayern sicherzustellen. Er trägt die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Als modernes pharmazeutisches Unternehmen ist der BSD heute ein aktiver Partner im bayerischen Gesundheitswesen. Mit seinen ca. 700 engagierten Mitarbeitern organisiert der BSD jährlich in 64 bayerischen Landkreisen rund 5.400 Blutspendetermine.

Kontakt
Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes
Dr. Perry Reisewitz
Theresienstraße 12
82319 Starnberg
08151/550 79 81
bsd@compass-communications.de
http://www.blutspendedienst.com

Pressekontakt:
Compass Communications GmbH
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