Große Fachanwaltschaften werden an Bedeutung verlieren

Große Fachanwaltschaften werden an Bedeutung verlieren

RA Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts für Anwaltmanagement

Die Fachanwaltschaften für Arbeitsrecht, Familienrecht und Steuerrecht, auf die gegenwärtig noch die Hälfte aller verliehenen Fachanwaltstitel entfallen, werden in Zukunft an Bedeutung verlieren. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Soldan Instituts. Nach den Ergebnissen einer Befragung von knapp 6.000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten werden insbesondere die bislang im Mittelfeld des Rankings der 20 Fachanwaltsgebiete liegenden Fachanwaltschaften an Bedeutung gewinnen.

Künftig wird der Anteil der Fachanwälte für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Verkehrsrecht und Strafrecht besonders stark zunehmen. Für diese Fachanwaltschaften interessieren sich deutlich mehr Fachanwälte in spe als dies ihrer aktuellen Bedeutung entspricht. Den größten Zuwachs wird die Fachanwaltschaft für Erbrecht erfahren, der gegenwärtig nur 3 % aller Fachanwälte angehören: In der Gruppe der Rechtsanwälte, die den Erwerb eines Fachanwaltstitels bereits begonnen haben oder dies in den nächsten Jahren beabsichtigen, erreicht der Fachanwaltstitel für Erbrecht einen fast viermal so hohen Anteil von 11 %. „Platz 3 im Ranking der bei künftigen Fachanwälten beliebtesten Titel zeigt, dass Rechtsanwälte ersichtlich auf demographische Wandlungsprozesse reagieren, aus denen sich zwangsläufig steigender Rechtsdienstleistungsbedarf im Erbrecht und der Vermögensnachfolge ergibt“, so Rechtsanwalt Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts.

Der größte Verlierer wird perspektivisch die Fachanwaltschaft für Steuerrecht sein, der gegenwärtig noch jeder zehnte Fachanwalt angehört: Bei den aktuell in Qualifizierung befindlichen Rechtsanwälten erreicht sie nur noch einen Anteil von 7,4 %, bei den einen künftigen Titelerwerb planenden Rechtsanwälten von 3,9 %. Die Wissenschaftler des Soldan Instituts prognostizieren daher, dass die Anwaltschaft aufgrund des geringen Interesses junger Rechtsanwälte an der Fachanwaltschaft für Steuerrecht im Wettbewerb mit Steuerberatern weiter an Boden verlieren wird.

Hinweis: Die Daten beruhen auf einer Befragung von 2.300 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, die bislang über keinen Fachanwaltstitel verfügen, sowie von 3.500 „jungen“ Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, die in den Jahren 2004 bis 2010 zugelassen worden sind.
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Über das Soldan Institut
Das Soldan Institut wurde 2002 als unabhängige Forschungseinrichtung gegründet. Ziel des von einem gemeinnützigen Verein getragenen Instituts ist die Erforschung der Strukturentwicklung der Anwaltschaft und der sich hieraus ergebenden Bedingungen für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Tätigkeit von Anwaltskanzleien. Das Institut betreibt eigene empirische Anwaltsforschung, deren Ergebnisse Rechtsanwälten, Institutionen der deutschen Anwaltschaft, politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Der gemeinnützige Trägerverein des Instituts wird von der Hans Soldan Stiftung, dem Deutschen Anwaltverein und der Bundesrechtsanwaltskammer unterstützt.

Kontakt
Soldan Institut für Anwaltmanagement e.V.
Dr. Matthias Kilian
Weyertal 59
50937 Köln
0221 5481 1123
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