Marsala statt Mafia

Die Provinz Trapani im Westen Siziliens will sich als neue Genießer-Destination mit herrlichen Stränden vermarkten

Marsala statt Mafia

„Wir sind es satt, dass Sizilien immer nur mit Mafia in Verbindung gebracht wird – unsere Insel hat so viel zu bieten! Aber wir müssen dies bekannter machen.“ Alberto di Girolamo, Bürgermeister von Marsala, spricht sicher seinen Landsleuten aus dem Herzen. Erstmals fand jetzt in der 100.000-Einwohner-Stadt am westlichsten Punkt Siziliens, nur 140 Kilometer von der Küste Nordafrikas entfernt, mit der „WineUp Expo 2017“ ein Event statt, das Besucher aus nah und fern nach Marsala lockte und künftig jedes Jahr im Juni dafür sorgen soll, den Rebensaft, die Küche und die touristischen Highlights Siziliens, vor allem aber seiner westlichsten Provinz Trapani über Italien hinaus besser zu vermarkten. Chef-Organisator Dr. Massimo Picciotto: „Unsere wundervollen Produkte verdienen viel mehr Aufmerksamkeit in der Welt.“

Konzert mit „Dire Straits Legacy“, Oldtimer-Parade, ein buntes Bühnenprogramm über vier Tage hinweg am „Parco archeologico“ des antiken Lilibeo, Gastronomie-Wettbewerb unter zwölf einheimischen Restaurants und der „1. Grand Prix Venere Gallipigia“ für Weinerzeuger aus ganz Sizilien – die Veranstalter von Sicilia Pro Events hatten sich einiges einfallen lassen. Künftig wollen sie gemeinsam mit den Winzerkonsortien und den Touristikstrategen mehr Gäste gerade auch aus Deutschland in den entlegenen, aber von „Germania“ aus gut erreichbaren Zipfel Europas locken. Ryanair fliegt Trapani von Frankfurt-Hahn und Karlsruhe / Baden-Baden aus direkt an, die Lufthansa bedient die Inselhauptstadt Palermo. Von dort aus ist es noch eine gute Stunde mit dem Mietwagen bis Marsala.

Die bereits in der Antike sehr bedeutende Hafenstadt hat neben ihrem historischen Zentrum rings um die Kathedrale San Tommaso, wo in den schmalen Gassen auch weit nach Mitternacht pralles mediterranes Leben herrscht, herrliche Strände mit glasklarem Wasser vor der Haustür zu bieten, ein grünes Hinterland mit Weinbergen, Feldern und vielen kleinen Agriturismo-Betrieben, die Salinen von Trapani mit ihren Flamingo-Kolonien, das „Museo della Nave Punica“, die Insel Mozia mit ihren phönizischen Ausgrabungen aus dem 8. Jahrhundert vor Christus und natürlich die weltberühmten Marsala-Kellereien wie Florio, Pellegrino oder Marco de Bartoli.

Auch wenn der Ruf des meist gespriteten Dessertweines mit seiner Ambrafarbe in den vergangenen Jahrzehnten sehr gelitten hat, findet man heute wieder wirklich großartige Tropfen, oft mehr als 20 Jahre gelagert, unter ihnen. Seit einigen Jahren freilich produziert eine wachsende Schar sizilianischer Winzer, gut ausgebildet und mit neuester Kellereitechnologie ausgestattet, frische, fruchtige Weine überwiegend aus lokalen Rebsorten wie Grillo, Catarratto, Inzolia, Nero d“Avola, Frappato, Perricone oder Nerello Mascalese. In der Provinz Trapani ziehen sich die Weinberge vom Meer bis auf eine Höhe von über 800 Metern die Hänge hinauf. Dank des sehr trockenen Klimas kann häufig auf chemische Spritzmittel verzichtet werden. Viele der kleinen, neuen Familienbetriebe arbeiten biologisch, die riesige Genossenschaft Colomba Bianca mit ihren 7.500 Hektar Anbaufläche nennt sich selbst „größter Bioweinproduzent Italiens“.

Beim „1.Grand Prix Venere Gallipigia“ fiel das durchgängig hohe Niveau der vorgestellten Weine auf – Ergebnis einer echten Qualitätsrevolution in den letzten zehn Jahren. Önologen wie Bruno Fina, der nach seiner Tätigkeit in der regionalen Forschungsanstalt 2005 als Garagenwinzer begann und heute mehr als 400.000 Flaschen im Jahr erzeugt, sein Kollege Nicola Centonze, die noch jüngere Carmela Ardagna von der Familienkellerei Musita in Salemi oder auch das kleine biodynamische Weingut Vigneadovest – allesamt prämiert im Wettbewerb – zeigen dem sizilianischen Weinsektor den Weg in die Moderne.

Für Touristen besonders erfreulich ist, dass die edlen Tropfen aus Trapani, Marsala und den anderen Provinzen der Insel zu absolut erschwinglichen Preisen angeboten werden. Auch die örtliche Gastronomie spielt da mit: Empfehlenswerte Lokale wie die Osteria San Lorenzo, die Trattoria Siciliando oder die Osteria Assud Porta Nuova in der Altstadt von Marsala oder das Strandrestaurant Tiburon Beach am Lido Signorino bieten die Weine der regionalen Erzeuger bereits ab 15 Euro pro Flasche an. Dazu werden Spezialitäten wie Tunfisch-Tartar, Busiate-Nudeln mit Vongole-Pesto, Ravioli mit Kürbissauce, Schwertfisch-Röllchen oder Arancino-Bällchen mit Tintenfisch gereicht. Wer sizilianisches Landleben mit erstklassiger Küche auf Basis von regionalen Slowfood-Produkten erleben möchte, hat dazu im Agriturismo-Betrieb von Giuseppe und Giovanna Vultaggio in Misiliscemi auf einem Hügel oberhalb von Trapani die Gelegenheit. Zimmer mit Blick auf das wenige Kilometer entfernte Meer und ein Swimmingpool gehören dazu. Die unvergesslichen Sonnenuntergänge über den Ägadischen Inseln im Westen gibt“s gratis dazu.

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