Schutz für zivile und militärische Fahrzeuge

Schutz für zivile und militärische Fahrzeuge

In die Nähe von Zwickau, eine der Geburtsstätten des deutschen Automobilbaus, hatte der Sonderfahrzeugbauer IndiKar Individual Karosseriebau GmbH Schutzexperten und Nutzer geschützter Fahrzeuge zum 1. Security Forum eingeladen. Das neue Technologiezentrum für Presshärten diente als Auditorium für Fachvorträge und als Höhepunkt der Leistungsschau.

Die immer noch zunehmende Bedrohung durch militärische und kriminelle Angreifer führt zu einem ansteigenden Bedarf an geschützten Fahrzeugen. Da Angriffe mit Handwaffen und Sprengfallen zeitlich und örtlich nicht mehr begrenzt sind und sich vermehrt auf zivile (Spitzen-)Führungskräfte und Soldaten in zivilem Umfeld richten, müssen diese Personen in ihren Fahrzeugen vor den Folgen solcher Angriffe optimal geschützt werden. Wie können Sonderschutzlösungen bestmöglich umgesetzt werden, um Menschenleben zu schützen, ist eine der zentralen Fragen, denen sich Spezialfirmen wie die zur Welp Armouring Group gehörende IndiKar widmen. Ausgangspunkt ist das zivile Serienfahrzeug, in das die Schutzelemente nach Anforderung der Kunden so integriert werden, dass optische Unterschiede gering bleiben und das Fahrzeug nur schwer als geschütztes Fahrzeug erkannt werden kann.
Den weitestgehenden Eingriff in das Fahrzeug und die Fahrzeugtechnik erfordern der ballistische und der Minenschutz. IndiKar verwendet Bleche aus Panzerstahl und passt sie vollständig an die Konturen des Ausgangsfahrzeugs an. Der Biegevorgang ist eine technologische Herausforderung, da der hochfeste Stahl beim Biegen lokal seine Materialeigenschaften verändern kann.

Presshärten

Einen Ausweg für die Herstellung maßgeschneiderter 3D-Bauteile bietet als formgebendes Verfahren die Presshärtung. Der Stahlhersteller liefert hochfeste Bleche mit vorgegebener Legierung. Die Legierung ist speziell auf den nachfolgenden Prozess so abgestimmt, dass am Ende die geforderten Materialeigenschaften erreicht werden. Diese Bleche werden vor Ort auf ca. 950 Grad bis in den Austenit-Bereich aufgeheizt und in die Matrize der Presse eingelegt. Beim Schließen der Presse wird das Blech im Zusammenspiel von Matrize und Stempel geformt. Am unteren Totpunkt bleibt die Presse geschlossen. Während der Haltezeit wird das Blech über Stempel und Matrize abgekühlt und durch die dabei erfolgende Strukturumwandlung die gewünschte Härte eingestellt. IndiKar hat im Dezember 2016 das Technologiezentrum für Presshärten in Betrieb genommen und es jetzt im Rahmen des Security Forums dem Fachpublikum vorgestellt. Auf der Presshärtemaschine wurde das Formen und Härten eines Karosserieblechs aus Panzerstahl vorgeführt. Da Stempel und Matrize dieser Presse ungekühlt sind, können maximal drei Press-/Härtevorgänge nacheinander durchgeführt werden, bevor ein Auskühlen der Werkzeuge notwendig ist. In einem EU-Forschungsprogramm wird mit Beteiligung von IndiKar und dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik untersucht, wie das Presshärten optimal in die Serienfertigung integriert werden kann. Da die Presshärtung große Umformverhältnisse zulässt (beispielsweise kann ein geschützter Radkasten in einem Arbeitsschritt geformt werden), sind die Formteile leichter als andere technische Lösungen. Da die geforderte Härte und damit der Schutzfaktor sicher eingestellt werden kann, können die Teile mit weniger Gewicht hergestellt werden. Die Vorführung des neuen Leistungsschwerpunkts von IndiKar war eingebettet in Fachvorträge, die sich zum einen mit den werkstofftechnischen Grundlagen und der Prozessführung des Presshärtens befassten. Im Weiteren richtete sich der Blick auf die Erarbeitung von Grundlagen und Konstruktionsvorgaben durch virtuelle Ansprengung und auf die Beurteilung der Risiken in Krisenregionen und deren Auswirkung auf Schutzkonzepte.

Geschützte Fahrzeuge

In der Ausstellung zeigte IndiKar Beispiele ausgeführter geschützter Fahrzeuge wie den neuen F2-TLC700 auf Basis des Toyota Land Cruisers 200 und den Audi A8 L Security. Wie sehr reale Ansprengungen und Beschuss beim Qualitätsnachweis beanspruchen, konnte man an der zerknautschten und durchlöcherten Karosserie eines F2-TLC600 ablesen. Zu den Schwergewichten der Ausstellung zählte der Mercedes-Benz Zetros mit seiner geschützten Fahrerkabine von IndiKar, von dem die Bundeswehr vor fünf Jahren 110 Stück beschafft hat. Schutz für zivile Fahrzeuge bedarf neben der technischen Ausführung eines besonderen Maßes an Feingefühl. Der Schutzintegrator muss sich dem Lieferanten des Serienfahrzeugs unterwerfen und seine Arbeit möglichst ungesehen in das Spezialfahrzeug einbringen. Wie man das erreichen kann, war auf dem Security Forum zu sehen und zu erleben. Das nächste Forum ist für 2018 geplant.

Auf höchsten Fertigungsstandards der Automobilbranche entwickelt und produziert WELP Armouring individuelle und sondergeschützte Fahrzeuge bis in die höchsten Beschussklassen.

Unser zertifiziertes Sonderschutzportfolio umfasst SUVs, Pick-Ups, Transporter und Nutzfahrzeuge für jede Mission auf der ganzen Welt.

Ob individuelle Einzelstücke oder exklusive Sonderserien deutscher Fahrzeughersteller – unsere Sonderschutzproduktion erfolgt immer unter Einsatz von zertifizierten, hochwertigen ballistischen Materialen und wird durch ein effizientes Qualitätsmanagement überwacht.

Kontakt
Farmingtons Automotive GmbH
Ronald Gerschewski; Matthias Reckmann
Beekebreite 18-20
49124 Georgsmarienhütte
+49 (0) 54 01 / 490-0
+49 (0) 54 01 / 42705
[email protected]
http://www.welp-armouring.com

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