TU Berlin: Minisatelliten der TU Berlin bereit zum Doppelstart ins All

Die Satelliten der BEESAT-Reihe wiegen nur ein Kilo-gramm und gehören zu den kleinsten Satelliten weltweit

Am 19. April um 12.00 Uhr Berliner Zeit werden zwei an der TU Berlin entwickelte Kleinstsatelliten, BEESAT-2 und BEESAT-3, vom russischen Raketenstartplatz Baikonur aus ins All geschossen. Das besondere bei dieser Mission ist, dass die beiden Satelliten vom Hauptsatellit BION-M1 separiert werden und nicht wie üblich von der Oberstufe der Trägerrakete.

Ein Team aus wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden der TU Berlin hat im Rahmen einer erfolgreichen einwöchigen Testkampagne in Baikonur die Integration der beiden jeweils nur ein Kilogramm leichten Satelliten BEESAT-2 und BEESAT-3 der TU Berlin auf dem russischen Mut-tersatelliten Bion-M1 durchgeführt und abgeschlossen. Das Team konnte für beide Satelliten grünes Licht für den Start mit der russischen Trägerra-kete Sojus-2.1b geben, der um 16.00 Uhr Ortszeit erfolgen wird.

Der Hauptsatellit BION-M1 wird zunächst auf einem elliptischen Orbit von der Trägerrakete getrennt. Kurz darauf ändert BION-M1 eigenständig seine Bahn auf den kreisförmigen Zielorbit in circa 575 Kilometer Höhe. Erst zu diesem Zeitpunkt, etwa 2 Tage nach dem Start von BION-M1, werden die Satelliten der TU Berlin aus ihren Startcontainern ausgeworfen.

Weitere 90 Minuten später erwarten die Wissenschaftler im TU-Missionskontrollzentrum in Berlin mit Spannung die ersten Signale aus dem Orbit, wenn die Satelliten am Sonntag die deutsche Hauptstadt überfliegen.

BEESAT-2 wurde über einen Zeitraum von nur drei Jahren entwickelt und demonstriert weltweit erstmals die Fähigkeit, die Ausrichtung eines Satelli-ten dieser Größe mithilfe miniaturisierter Reaktionsräder präzise zu kontrol-lieren. Seine Technologie basiert auf BEESAT-1, der, für eine Lebensdauer von einem Jahr entwickelt, bereits seit mehr als dreieinhalb Jahren im Orbit seine Bahnen zieht und zuverlässig arbeitet.

In der BEESAT-3 Mission steht die praktische Ausbildung von Studierenden der TU Berlin im Vordergrund. Der Satellit wurde, aufbauend auf den Erfahrungen der Vorgängermissionen, in dreieinhalb Jahren von Studenten von Grund auf neu entworfen, entwickelt, gebaut und getestet. Die Entwicklung wurde dabei sowohl in integrierten Lehrveranstaltungen als auch im Rahmen von Abschlussarbeiten und studentischen Arbeitsgruppen vorangetrieben.

Die Satelliten der BEESAT-Reihe (Berlin Experimental and Educational Satellite) werden seit 2005 an der TU Berlin entwickelt und gehören mit nur ein Kilogramm Gesamtmasse zu den kleinsten Satelliten weltweit. Mit dem Start des neunten und zehnten Satelliten der TU Berlin und insgesamt mehr als 40 Jahre Orbiterfahrung ist die TU Berlin weltweit führend auf dem Gebiet der universitären Satellitenmissionen. BEESAT-4 befindet sich bereits in der Entwicklung. Sein Start ist für Ende 2014 geplant.

Die Projekte BEESAT-2 (Microwheels III) und BEESAT-3 werden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages unter den Förderkennzeichen 50 RM 1006 und 50 RU 0902 gefördert.

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