TU Berlin: Raumfahrttechnik und Nachhaltigkeit

TU-Wissenschaftler und Studierende entwickeln Online-Seminare für jedermann / Abstimmung im Internet

Das Fachgebiet Raumfahrttechnik der TU Berlin sowie die Studieren-dengruppe „Blue Engineering“ bewerben sich je um ein „MOOC Pro-duction Fellowship“ zur Entwicklung innovativer Konzepte für „Massive Open Online“-Kurse. Vom 1. bis 23. Mai 2013 sind auf der Wettbewerbshomepage ihre Videos zu sehen, mit denen sie ihre Kurse vorstellen, und stehen zur Abstimmung bereit. Die Gewinnerteams erhalten 25.000 Euro für die Umsetzung des Seminars, das allen Interessierten weltweit offen stehen soll.

Der Kursvorschlag „Space Technology“ aus der Raumfahrttechnik soll mit Videos und interaktiven Lehrmethoden eine neuartige Lehrerfahrung schaffen und die Grundlagen dieser Wissenschaft vermitteln. Längst sind nicht mehr nur die großen Industrienationen in der Raumfahrt tätig. Weltweit betreiben heute über 50 Länder Satelliten mit wichtigen Anwendungen in der Erdumlaufbahn. Die Arbeitsgebiete der Raumfahrttechnik reichen vom App-Entwickler für GPS-Navigation bis hin zum Politiker oder Anwalt für das Erlassen von Raumfahrtgesetzen. Viele Staaten haben jedoch keine ausreichende Infrastruktur für die entsprechende Ausbildung. Das Fachgebiet Raumfahrttechnik der TU Berlin möchte genau hier ansetzen und weltweit Menschen Bildung in der Raumfahrt ermöglichen. Seit 1963 bildet das Fachgebiet Studierende auch praktisch in der Raumfahrttechnik aus und startete mittlerweile seinen zehnten Satelliten.

Mit „Blue Engineering“ geht die gleichnamige Gruppe aus engagierten Studierenden an den Start. Das Besondere an ihrem Konzept: Es bindet die Kursteilnehmenden in die Weiterentwicklung des „MOOC“ ein. Das kann man sich als eine Art Wikipedia vorstellen, wobei das zentrale Element hier das Videoformat ist, welches durch die vielfältigen, interaktiven Möglichkeiten des Internets ergänzt wird. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt bereits das „Blue Engineering“-Seminar, welches von der TU Berlin als Studienreformprojekt gefördert wird. Mit dem neuen Online-Seminar will die Gruppe die Bildung im Bereich nachhaltige Entwicklung in den Ingenieurwissenschaften stärken.

Der Wettbewerb „MOOC Production Fellowship“ wird durch die Online-Lehrplattform „iversity“ und dem Stifterverband für Deutsche Wissenschaft ausgerichtet. Unter dem Motto „Lehren und Lernen im Web“ sollen Hochschulen Innovationen in die internetbasierte Lehre einbringen. Das Konzept der so genannten „Massive Open Online Courses“ wurde in den USA bereits von namhaften Universitäten wie Harvard und der Stanford University erfolgreich umgesetzt. Einzelne Kurse wurden von bis zu 100.000 Studierenden aus der ganzen Welt besucht. Im Rahmen des Wettbewerbs sollen zehn Lehrstühle, darunter mindestens fünf aus Deutschland, mit jeweils 25.000 Euro gefördert werden, um eine interaktive Lehrveranstaltung für das Internet zu produzieren. Alle Wettbewerber werben mit einem kurzen Bewerbungsvideo für ihren Kursvorschlag. Besucher der Internetseite können bis zum 23. Mai die Videos sehen und für Ihre Favoriten abstimmen. Eine Jury wird die beliebtesten Kursvorschläge bewerten und die zehn Preisträger am 10. Juni 2013 bekanntgeben.

Zur Wettbewerbshomepage und zur Abstimmung: https://moocfellowship.org/

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dipl.-Ing. Cem Avsar, TU Berlin, Institut für Luft- und Raumfahrt, Fachgebiet Raumfahrttechnik, Tel.: 030/314-27387, E-Mail: Cem.Avsar@ilr.tu-berlin.de, und
Jens Rottkewitz, TU Berlin, Studienreformprojekt „Blue Engineering“, E-Mail: jens.r@mailbox.tu-berlin.de

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