Umwelttechnologien „Made in Germany“ weltweit gefragt

Kooperationsveranstaltung der Recycling Technologies Bayern und der IHK Schwaben zeigen Lösungen aus der Praxis auf

Umwelttechnologien

Prof. Dr. Wolfgang Rommel, Thomas Kreuzer, Tanja Gönner, Dr. Peter Kulitz, Walter Ernst (v.l.n.r.)

„Entwicklungs- und Schwellenländer als Zielmärkte für deutsche Umwelttechnologien“: Veranstaltung am Mittwoch, 24. April 2013

Über 90 Prozent aller Abfälle werden in den EU-Mitgliedstaaten lediglich deponiert. Für Professor Dr. Wolfgang Rommel, Geschäftsführer der bifa Umweltinstitut GmbH, handelt es sich hierbei um Ressourcen, die dadurch dem menschlichen Zugriff entzogen werden. Als Redner auf der Kooperationsveranstaltung der Recycling Technologies Bayern sowie der IHK Schwaben wies er darauf hin, wie wichtig es sei, mittels Recycling Sekundärrohstoffe zu schaffen. Zum Motto der Veranstaltung „Entwicklungs- und Schwellenländer als Zielmärkte für deutsche Umwelttechnologien“ konnte auch Thomas Kreuzer, Staatsminister und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, vieles beitragen. Er machte deutlich, dass Technik und Umweltschutz keinen Gegensatz darstellen. Vielmehr tragen gerade Forschung und Technik zum Schutz der Umwelt bei. Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, ist sich sicher, dass ein Engagement in die Umwelttechnologie eine Investition in Wachstumsmärkte darstellt. Denn sämtliche Schwellenländer hätten dieselben Herausforderungen vor sich, denen sich die Bundesrepublik vor rund 50 Jahren stellen musste. Als Gründungsmitglied des Netzwerks Recycling Technologies Bayern nahm auch Dr. Peter Kulitz, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags, an der Veranstaltung teil. In Anbetracht der starken Aufholgeschwindigkeit anderer Länder bezüglich der Recyclingtechnologien forderte er dazu auf, Tempo aufzunehmen – damit der Vorsprung, den sich deutsche Unternehmen hier erarbeitet haben, auch in Zukunft erhalten bleibt. Rund 80 Besucher erhielten darüber hinaus Einblicke in die verschiedenen Förder- und Kooperationsmöglichkeiten sowie ein aktuelles Projekt eines Netzwerkmitglieds in China, lernten relevante Initiativen kennen und informierten sich über die Absicherung von Investitionen und die Exportförderung. Durch den Tag führte der Moderator und Journalist des Bayerischen Rundfunks, Rudolf Erhard.

In einem waren sich alle Redner einig: Umwelttechnologien „Made in Germany“ sind weltweit gefragt. Wo diese mittlerweile überall zum Einsatz kommen, ist dennoch erstaunlich. Von Südamerika über den afrikanischen Kontinent bis nach Asien entwickeln Schwellenländer das Bedürfnis nach Umwelt- und Klimaschutz. So investiert China in den nächsten Jahren umgerechnet rund 330 Milliarden Euro in Projekte für die Wasseraufbereitung und die Luftreinigung. Es wird erkannt, dass Klimaschutz und Recycling nachhaltig sind. Denn die Kreislaufwirtschaft ist eine logische Antwort auf ständig steigende Rohstoffpreise. Peter Mayer vom Netzwerkmitglied S+S Separation and Sorting Technology GmbH hat den Schritt nach China mit Sortieranlagen für PET-Flaschen bereits vor Jahren gewagt. In seinem Erfahrungsbericht erklärte er, warum Recycling in China tatsächlich Sinn macht: Etwa 30 Prozent aller weltweit genutzten PET-Flaschen sind dort im Umlauf. Mayer machte aber auch deutlich, dass der Mangel an Fachkräften oder die Sprachbarriere gerade zu Beginn eines Engagements in Schwellenländern Hürden darstellen.

Klimaschutz = Aufträge für Mittelständler

Für Unternehmen aus dem bayerischen Schwaben ist das ein Markt, der ungeheueres Wachstum birgt. Thomas Kreuzer spricht von 10,6 Prozent Plus in der Umweltbranche. Dabei handelt es sich bei diesen Unternehmen meist nicht um große Konzerne: Der größte Teil der Firmen, die sich in Entwicklungs- und Schwellenländern engagieren, sind typische Mittelständler. Sie haben nicht nur in den Punkten Forschung und Entwicklung die Nase vorne, sondern auch jahrelange Erfahrung. Dabei gilt: Nicht nur die Technik in ein fremdes Land bringen, sondern einen landestypischen Weg finden. Unterstützend stehen den Unternehmen Partner wie die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH zur Seite. Gemeinsam werden schon heute zahlreiche Projekte realisiert, wie beispielsweise in Brasilien. Dort werden mit dem Einsatz deutscher Technologien in den nächsten zehn Jahren bis zu 30 Millionen alte Kühlschränke sachgerecht entsorgt. Ein weiterer Effekt der Arbeit in Entwicklungs- und Schwellenländern: Durch die praxisrelevante Qualifizierung des Personals vor Ort schaffen sich Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil auf dem weltweiten Markt

Absicherung durch Regierung und Finanzhäuser

Der Bedarf ist groß, doch die Entwicklungsstände der Infrastrukturen in den einzelnen Entwicklungs- und Schwellenländern sind genauso unterschiedlich wie die politischen Situationen. Doch wie sind die Investitionen auch bei Krisen geschützt? Gemeinsam mit der Bundesrepublik gewährleistet die Euler Hermes zum einen die Exportförderung und zum anderen eine weltweite Sicherung von Warengütern. In Folge dessen wird eine Chancengleichheit der Exporteure im internationalen Wettbewerb sicher gestellt. Auch hier ist der Mittelstand besonders gut vertreten: 75 Prozent der Anträge stammen von kleinen und mittleren Unternehmen. Darüber hinaus unterstützt die KfW-Entwicklungsbank jedes Jahr mit zirka 4,5 Milliarden Euro Entwicklungsprojekte auf der ganzen Welt.

Hoher Gesprächsbedarf

Schon die Vorträge, Talks und Erfahrungsberichte stießen beim Fachpublikum auf großes Interesse. So wurde nicht nur währenddessen gefragt, auch in den Pausen bot sich die Gelegenheit für Diskussionen und den Erfahrungsaustausch. Am Ende waren sich auch die Besucher einig, dass Entwicklungs- und Schwellenländer als Zielmärkte für deutsche Umwelttechnologien große Chancen bieten. Die damit verbundenen Risiken können mit erfahrenen Partnern deutlich abgeschwächt werden

Druckfähiges Bildmaterial steht Ihnen auf unserem Medienportal www.amid-pr.press-n-relations.com unter dem Stichwort „bifa“ zum Download bereit.

Über Recycling Technologies Bayern

2010 von der bifa Umweltinstitut gegründet, ist Recycling Technologies Bayern ein Netzwerk für die Recyclingbranche. Mittlerweile umfasst das Netzwerk 14 Mitglieder. Im Vordergrund steht die Bündelung von Erfahrungen und Know-how in allen Bereichen der Recyclingtechnologie. Durch die Kooperation von Forschung, Entwicklung und Wirtschaft kann Recycling Technologies Bayern auch bei komplexen Aufgabenstellungen umfassende Beratungsleistungen aus einer Hand bereitstellen. Die gemeinsam erarbeiteten Lösungen sollen national und international vermarktet werden. Folgende Unternehmen sind Mitglied des Netzwerkes:

– AVA-Huep GmbH u. Co. KG, Herrsching
– bifa Umweltinstitut GmbH, Augsburg
– BHS-Sonthofen GmbH, Sonthofen
– Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH, Kaufering
– ESTA Apparatebau GmbH & Co. KG, Senden
– Entsorgungstechnik Bavaria GmbH, Unterschleißheim
– Finsterwalder Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Bernau a. Chiemsee
– Hamos GmbH, Penzberg
– Huber Technik GmbH & Co. KG, Erding
– HOSOKAWA ALPINE Aktiengesellschaft, Augsburg
– Luft- und Thermotechnik Bayreuth, Goldkronach
– RUF Maschinenbau GmbH & Co. KG, Zaisershofen
– S+S Separation and Sorting Technology GmbH, Schönberg
– TRENNSO-TECHNIK Trenn- und Sortiertechnik GmbH, Weißenhorn

Kontakt
Recycling Technologies Bayern, c/o bifa Umweltinstitut
Sonja Grazia D’Introno
Am Mittleren Moos 46
86167 Augsburg
+49 821 7000-195
sdintrono@bifa.de
http://www.bifa.de

Pressekontakt:
Press´n´Relations GmbH Ulm
Désirée Müller
Magirusstr. 33
89077 Ulm
0731 96287-32
dmt@press-n-relations.de
http://www.press-n-relations.de

(Visited 2 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.