Wer fährt schon gern mit Schrittgeschwindigkeit im Smog?

Nur neue Mobilitätskonzepte können die Automobilbranche wieder auf die Überholspur bringen

Von Ansgar Lange +++ Sindelfingen, November2013. Deutsche Premium-Marken wie Audi, BMW, Mercedes und Porsche faszinieren vor allem die „reiferen“ Konsumenten. Jüngere haben häufig andere Statussymbole. Für sie zählen Smartphones und Markenklamotten. Studien belegen, dass das Auto eben nicht mehr unbedingt der Deutschen liebstes Kind ist. Nun ist diese Frage nicht ohne Belang. Denn die Automobilindustrie ist ein wichtiger Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Doch für die Nobelmarken aus deutschen Landen reicht oft der Geldbeutel der Jüngeren nicht aus. Einen Mercedes leisten sich viele erst jenseits der 50, und ansonsten sind die Premium-Marken oft als Dienstfahrzeuge am Start.

Die Autoindustrie und auch die Politik müssen sich auf die neuen Herausforderungen einstellen, fordert Michael Zondler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de aus Deutschlands automobilem Herzland Baden-Württemberg. „Ich habe schon im Mai 2009 angesichts der damaligen „Autokrise“ gesagt, dass die Automobilhersteller nach dem Vorbild der Mobilfunk-Provider ihr Geschäftsmodell umstellen sollten. Nur durch Kundenorientierung und transparentes Pricing – so mein damaliges Argument – können sichtbare Marktanteile in diesem schrumpfenden Markt bewegt werden.“

Das Auto wird nicht mehr romantisiert, sondern gebraucht

„Vier Jahre später bleibt es dabei“, so Zondler, dessen Beratungsunternehmen von Ludwigsburg, Sindelfingen und London aus operiert. „Ein Auto ist heutzutage die blödeste Alternative sich fortzubewegen, wenn man bedenkt, dass ich es bei A kaufe, bei B versichere und bei C zum Service bringe und alle Leistungen extra zahle. Hinzu kommen Sprit und Abschreibung. Vereinfachung kann hingegen Kunden schaffen. Der Kunde schließt zum Beispiel einen Mobility-Vertrag ab und bekommt dafür je nach monatlichem Betrag ein Auto. Der Kunde bestimmt die Kosten, den Luxus- und den Service-Level – der Hersteller erledigt alles andere für ihn“.

2013 sind wir hier noch nicht viel weiter als 2009, meint Zondler. Noch immer laufen SUV“s mit mehreren Tonnen Gewicht, hohem Benzinverbrauch und satten Anschaffungspreisen vom Band. „Wer braucht schon eine Limousine für 100.000 Euro oder einen Sportwagen mit über 400 PS auf unseren verstopften Straßen?“, fragt der centomo-Geschäftsführer.

Doch auch in Ländern wie China werden die Bäume nicht ewig in den Himmel wachsen und die automobilen Träume von gestern an ihr Ende kommen. „In zehn bis 15 Jahren ist Schluss damit. Wer will dann in Asien noch mit der S-Klasse bei Schrittgeschwindigkeit durch Smog und Stau fahren? Die Preise für Sprit und das Parken in den Innenstädten werden immer teurer. London hat schon mit der City-Maut reagiert. Auf all dies muss und kann sich unsere Industrie einstellen“, sagt Zondler. Das Verhältnis zum Auto sei heute eben kein romantisches mehr. „Die wenigsten kaufen ein Auto aus reiner Leidenschaft oder weil sie Benzin im Blut haben. Die Erwartungen an einen PkW sind rationaler geworden. Es soll einen von A nach B bringen, ökonomische und ökologische Belange berücksichtigen und vor allem praktisch sein. Die jungen Leute in den Großstädten sind keine Ökos, die das Auto aus Prinzip verteufeln. Sie entscheiden sich aber zum Beispiel fürs Car Sharing, weil dies für sie bequemer und günstiger ist. Und auch durch diese Probefahrten kann man die Nutzer ja langfristig vielleicht für eine bestimmte Marke begeistern.“

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