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Blind durch Diabetes?

Früherkennung rettet Lebensqualität

Blind durch Diabetes?

Foto: Fotolia (No. 5133)

sup.- Durch Diabetes bedingte Augenschäden (diabetische Retinopathie) bleiben in den Anfangsstadien aufgrund ihrer Symptomarmut meist unbemerkt. Das ist die große Gefahr der Spätfolgen dieser weit verbreiteten Stoffwechselerkrankung. Fakt ist: In den Industrienationen ist die diabetische Retinopathie die häufigste Erblindungsursache im erwerbstätigen Alter. Laut Informationen der Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ (BSIA), zu deren Partnern u. a. die Selbsthilfevereinigung PRO RETINA Deutschland e. V., der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) gehören, leiden rund 95 Prozent der Patienten mit einem Diabetes vom Typ-1 nach 20 Jahren ihrer Erkrankung an einer Schädigung der Augennetzhaut, unter den Typ-2-Diabetikern beträgt diese Rate etwa 60 Prozent. Bei rund 30 bis 35 Prozent der Typ-2-Diabetiker bestehen bereits Augenschäden bei der Erstdiagnose der chronisch erhöhten Blutzuckerwerte.

„Diabetes bedingte Sehbeeinträchtigungen machen sich oft erst bei weit fortgeschrittenen Netzhautschäden bemerkbar“, bestätigt die Fachärztin für Augenheilkunde Dr. Simone Potthöfer (Berlin). Deshalb lautet die Empfehlung der Fachgesellschaften: Bei Typ-1-Diabetes einmal jährlich (ab dem fünften Erkrankungsjahr oder dem elften Lebensjahr) die Augen kontrollieren lassen, bei Typ-2-Diabetes sofort nach der Diagnose, dann einmal jährlich. Bei Symptomen wie:
– dunklen Flecken oder Schleier im Gesichtsfeld (Einblutung),
– unscharfem, verschwommenen Sehen,
– „Lichtblitzen“ und „Rußregen“ sowie bei
– beginnender Netzhautablösung
sollte umgehend ein Augenfacharzt aufgesucht werden. Bestehen zentrale, durch Diabetes bedingte Netzhautveränderungen in der Stelle des schärfsten Sehens, so können, je nach Befund, neben der früher üblichen Laserbehandlung neuerdings auch wiederholte Medikamenteneinspritzungen in den Glaskörper des Auges eine erfolgversprechende Behandlungsoption darstellen. Dabei kommen Hemmstoffe bestimmter Wachstumsfaktoren (VEGF-Inhibitoren) zum Einsatz, die im Gegensatz zur Lasertherapie sogar wieder eine Verbesserung der Sehfähigkeit bewirken können. „Injektionsbehandlungen mit einem VEGF-Hemmer verhindern Gefäßneubildungen, Gefäßdurchlässigkeit und damit Ödeme“, so Dr. Potthöfer. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Injektion eines Implantats in das Auge. In jedem Fall gilt: Je früher eine diabetische Retinopathie und im weiteren Krankheitsverlauf ein diabetisches Makulaödem diagnostiziert und behandelt werden, desto besser sind die Chancen, die Sehkraft zu erhalten. Wissenschaftlich fundierte Informationen sowie kostenfreie Broschüren zu diesem Thema können unter www.Bewahren-Sie-Ihr-Augenlicht.de bzw. unter der kostenlosen Tel. (0800) 7234103 abgerufen werden.

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