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Unerkannte Sehbehinderungen weit verbreitet

Versorgungslücken in Seniorenheimen

Unerkannte Sehbehinderungen weit verbreitet

Foto: Fotolia

sup.- Gutes Sehen ist eine wesentliche Basis, damit Menschen auch im Alter ein möglichst aktives, selbständiges Leben führen können. In vielen Senioren-Einrichtungen gibt es jedoch erhebliche Versorgungslücken, die Altersblindheit begünstigen. Häufig fehlt einfach nur eine passende Sehhilfe, um Abhilfe zu schaffen. „Basierend auf Studien aus anderen Industrienationen müssen wir von einem hohen Anteil unerkannter Sehbehinderungen in Alten- und Pflegeheimen ausgehen“, warnt Prof. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Die Stiftung (www.stiftung-auge.de) hat deshalb im November 2014 bundesweit das Projekt „Ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen (OVIS)“ gestartet, das die Lebenssituation älterer Menschen mit Sehbehinderungen in Seniorenheimen erfasst und Versorgungslücken aufdecken soll. Die Studie schließt Bewohner aus verschiedenen Regionen Deutschlands in Einrichtungen u. a. der Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Diakonie ein. Erfahrene Ärzte erfassen dort die vorhandenen Angaben zu bisherigen Überprüfungen und führen Untersuchungen des gesamten Auges durch. Solche regelmäßigen Kontrollen sind insbesondere auch zur Früherkennung von Augenerkrankungen wie der altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) sowie Netzhauterkrankungen wie der diabetischen Retinopathie (DR) sehr wichtig. Denn nur bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung können bei diesen weit verbreiteten Krankheitsbildern schwere Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung verhindert werden.

Bei Hinweisen auf Sehstörungen sollten die Angehörigen wie auch das Pflegepersonal in jedem Fall hellhörig werden und sie nicht einfach auf vorübergehende Kreislaufprobleme schieben. Oftmals bemerken Senioren jedoch auch ein Nachlassen des Sehvermögens gar nicht oder halten die schleichend zunehmenden Beeinträchtigungen ihrem Alter entsprechend für normal und nicht erwähnenswert. Die Aufklärungsinitiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ empfiehlt deshalb, dass Menschen ab 50 Jahren einmal jährlich zu einem Routine-Check ihren Augenarzt aufsuchen sollten. Fundierte Informationen sowie kostenfreie Broschüren zur AMD und DR können unter www.Bewahren-Sie-Ihr-Augenlicht.de bzw. unter der kostenlosen Telefonnummer (0800) 7234103 abgerufen werden.

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