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Ein „Seidla“ auf dem Keller – ein Festbier auf der „Kinderzeche“: Sommer-Genüsse in Franken

Ein "Seidla" auf dem Keller - ein Festbier auf der "Kinderzeche": Sommer-Genüsse in Franken

Nirgendwo auf der Welt ist die Brauereidichte größer als in Franken. Zahlreiche Brauereigasthöfe und Biergärten laden dazu ein, die Vielfalt der fränkischen Biere kennenzulernen. In manchen Gegenden zieht es Einheimische und Besucher in guter Tradition „auf den Keller“, wo früher die Biere kühl gelagert wurden. Dort wird das erfrischende Getränk meist im „Seidla“, einem Halbliterkrug, ausgeschenkt. Auch zahlreiche Feste rund um den süffigen Gerstensaft machen Frankens einzigartige Bierkultur erlebbar. Immer wieder neue, thematische Stadtrundgänge, wie die „Erlanger BierKul-Tour“, vermitteln zudem viel Wissenswertes zu dem beliebten Getränk und erklären, was es mit Seidla, Kellern und der „Kinderzeche“ auf sich hat.

Bierkeller über und Führungen unter Tage
Eine typisch fränkische Institution sind die Bierkeller. Vor allem in der Region um und zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg haben sie eine lange Geschichte. Als im Sommer die traditionellen Bierkeller aus allen Nähten platzten, suchten die Brauer Alternativen, um das Bier kühl zu lagern. So gruben sie im 17. Jahrhundert tiefe Kellerhöhlen in die Felsen der Berg- und Böschungshänge – und fingen an, das Getränk gleich dort „auf dem Keller“ auszuschenken. Heute gibt es allein in und um Bamberg gut 30 solcher Keller, auf denen Gäste im Sommer rund 50 ober- und untergärige Sorten genießen können. Der „Wilde Rose Keller“ auf dem Stephansberg mit seiner mehr als 200-jährigen Tradition ist nur einer davon. In Bayreuth sitzt man beispielsweise im Herzogkeller über den alten Felsgewölben der Stadt. Wer die labyrinthartigen Felsenkeller selbst erleben möchte, schließt sich einer Führung durch die jahrhundertealten und kilometerlangen unter der Bayreuther Bierbrauerei AG liegenden Tunnel- und Kellersysteme an. Auch in Nürnberg können Besucher das historische Kellersystem der Stadt bei einer Besichtigungstour erkunden. Dabei wird unter anderem das Rotbier verkostet, eine Nürnberger Spezialität, die dort bereits seit dem Mittelalter und ausschließlich mit Gerstenmalz produziert wird.

Neue „Erlanger BierKul-Tour“: Zu Besuch bei den Traditionsbrauereien
Tief in die lange Braugeschichte der Stadt taucht die neue „BierKul-Tour“ in Erlangen ein. Sie umfasst Besichtigungen der zwei Traditionsbrauereien Kitzmann und Steinbach, zudem führt sie zu ausgesuchten bierhistorischer Stätten. Die Verkostung verschiedener Bierspezialitäten und eine zünftige Brotzeit sorgen für leibliche Genüsse, während den Teilnehmern auf unterhaltsame Art die Stadtgeschichte aus der Perspektive des Gerstensafts vermittelt wird. Die „Erlanger BierKul-Tour“ startet Ende Juli. Der Teilnahmebeitrag beträgt 36 Euro pro Person.

Biertradition hautnah erleben: „Kinderzeche“ und Kärwa
Im Sommer laden in Franken auch zahlreiche Feste dazu ein, das Bier und die fränkischen Traditionen zu erleben. Eines der ältesten ist die „Kinderzeche“ in Dinkelsbühl. Sie feiert alljährlich die Geschichte, dass die Türmerstochter Lore mit einer Gruppe von Kindern erreichte, was die Ratsherren nicht schafften: Sie brachten während des Dreißigjährigen Krieges die schwedischen Eroberer davon ab, die Stadt zu zerstören und auszuplündern. Die zehntägige Veranstaltung mit Festspiel und Umzug in Kostümen des 17. Jahrhunderts findet in diesem Jahr vom 17. bis 26. Juli statt. Das traditionelle Festbier kommt von der Brauerei Hauf, der ältesten Brauerei Dinkelsbühls. Anders als der Name „Kinderzeche“ vermuten lässt, wird auch in Dinkelsbühl Bier erst an Jugendliche ab 16 Jahren ausgeschenkt.

Gleich vier spezielle Festbiere werden anlässlich der Kulmbacher Bierwoche gebraut. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, die Kulmbach – auch heimliche Hauptstadt des Bieres genannt – dem Getränk beimisst. Die Festlichkeit beginnt jedes Jahr am letzten Juli-Samstag, im Jahr 2015 vom 25. Juli bis 02. August.

In Fürth findet vom 03. bis 14. Oktober 2015 mit der Michaeliskirchweih die größte bayrische Straßenkirchweih statt. Das Fest erstreckt sich über 3,5 Kilometer Länge und verwandelt die Innenstadt in einen einzigen Rummelplatz. Das offizielle Michaeliskirchweih-Festbier wird neben Erzeugnissen von rund 25 verschiedenen Brauereien an allen Ständen und Gaststätten ausgeschenkt. Der Erntedankfestzug am Bauernsonntag, bei dem auch Wagen der örtlichen Brauereien vertreten sind, stellt alljährlich den Höhepunkt der „Kärwa“ dar.

Informationen zu den 14 Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Die fränkischen Städte“ – auch über das Bier hinaus – findet man auf www.die-fraenkischen-staedte.de. Die Website www.franken-bierland.de liefert zudem zahlreiche Informationen und einen Veranstaltungskalender zum fränkischen Gerstensaft. Sämtliche Inhalte der Website mit detaillierten Kartenmaterial und umfangreichen Infos lassen sich als kostenlose App fürs iPhone und Smartphone herunterladen.

Unter der Federführung des Tourismusverbandes Franken kooperieren als Arbeitsgemeinschaft „Die Fränkischen Städte“ Ansbach, Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Dinkelsbühl, Eichstätt, Erlangen, Fürth, Kulmbach, Nürnberg, Rothenburg o.d.T., Schweinfurt und Würzburg. Die kulturellen und architektonischen Kulturschätze sowie kulinarische Spezialitäten des Frankenlands verbinden sie. In den ehemals freien Reichsstädten Dinkelsbühl, Nürnberg, Rothenburg o.d.T. und Schweinfurt zeugen Bauwerke von selbstbewusstem Bürgersinn und Drang nach Unabhängigkeit. Die einstigen Residenzstädte Ansbach, Bayreuth, Coburg und Kulmbach halten Meisterwerke früherer Glanzzeiten lebendig. In den Bischofsstädten Bamberg, Eichstätt und Würzburg künden Prachtbauten vom Führungsanspruch der geistlichen Herren. Als moderne Anziehungspunkte mit vielfältigem Charme zeigen sich Aschaffenburg, Erlangen und Fürth. www.die-fraenkischen-staedte.de

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