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Nachhaltiger Kakaoanbau hilft Farmern und Umwelt

Ganzheitliche Lösungen im Fokus

Nachhaltiger Kakaoanbau hilft Farmern und Umwelt

Grafik: Supress

sup.- „Ein Leben ohne Schokolade ist möglich, aber sinnlos“ – dieses etwas veränderte Loriot-Zitat werden viele Genussmenschen sicher schmunzelnd bestätigen. Neben den zahlreichen Vorzügen der sprichwörtlichen Schokoladenseite gibt es im Hinblick auf die wichtigste Zutat, den Kakao, aber auch Schattenseiten. Kakaobäume werden im tropischen Regenwald bevorzugt in Westafrika und Südamerika zu rund 90 Prozent von Kleinbauern gepflanzt. Die Mehrheit der Farmer und ihrer Familien lebt unterhalb der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag und Person. Diese Situation führt oft zu schlimmen Formen der Kinderarbeit. Gleichzeitig stellt der Kakaoanbau aufgrund massiver Rodungen in den Regionen eine große Gefahr für den Regenwald dar.

Damit der Umweltzerstörung und dem Artensterben, ausgelöst durch Landwirtschaft, entgegengewirkt werden kann und Kleinbauer zudem ausreichend sichere Einkommen erzielen können, sind ganzheitliche ökonomische, ökologische sowie soziale Lösungen erforderlich, die an den wesentlichen Ursachen ansetzen: Dazu gehören vor allem die Anbaumethoden der Farmer. Dieses Ziel verfolgt die deutsche Initiative „Forum Nachhaltiger Kakao“, die 2012 gegründet wurde, ein Zusammenschluss mit heute über 80 Teilnehmern aus der Süßwarenindustrie (z. B. Alfred Ritter, Bahlsen, Ferrero, Haribo, Mars, Nestle, Stollwerck), dem Lebensmittelhandel, Nichtregierungsorganisationen und standardsetzenden Vereinigungen (z. B. Fairtrade, Rainforest Alliance, UTZ Certified).

Die Akteure dieser beispielhaften Initiative bündeln ihr Engagement unter enger Zusammenarbeit mit den Anbauländern, um zertifizierte, nachhaltigere Anbaumethoden bei Kakaofarmen zu forcieren. Mit der nachhaltigeren Ausrichtung können Bäuerinnen und Bauern dazu beitragen, die Umwelt zu schützen, die Fruchtbarkeit der Böden sowie den Lebensraum für Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten und natürliche Ressourcen zu schonen. Gleichzeitig bewirtschaften die Kleinbauern ihre Farm durch nachhaltigere Praktiken produktiver, erzielen eine bessere Qualität und können deshalb für ihre Rohstoffe höhere Preise verlangen. Langfristig werden Kleinbauern dadurch in die Lage versetzt, ihre Lebensgrundlage ohne missbräuchliche Kinderarbeit zu sichern und ohne Zerstörung wertvoller Ökosysteme.

Der Anteil an nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren liegt derzeit bei 27 Prozent. Bis 2020 wird eine Steigerung auf 50 Prozent angestrebt. „Um dies zu erreichen, sind alle Akteure der Wertschöpfungskette gefragt: die Regierungen in den Partnerländern, die Schokoladenindustrie und der Lebensmittelhandel, aber auch die Konsumenten, die bereit sein müssen, für nachhaltige Schokolade einen angemessenen Preis zu zahlen“, fordert Wolf Kropp-Büttner, Vorstandsvorsitzender des Forums Nachhaltiger Kakao.

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