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Internet-Nutzungsdauer von Jugendlichen

Online-Welt hat hohen Stellenwert

Internet-Nutzungsdauer von Jugendlichen

Grafik: komm-in-schwung.de

sup.- Das Internet bietet Kindern und Jugendlichen große Möglichkeiten und Chancen, der Gebrauch ist aber auch mit nicht unerheblichen Risiken und Gefahren verbunden. Nach Empfehlungen des „Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen“ sollte die tägliche Online-Nutzungsdauer bei Kindern im Alter von elf bis 13 Jahren maximal eine Stunde betragen, ab 14 Jahren höchstens 1,5 Stunden. Die Realität sieht jedoch bei der überwiegenden Mehrheit der Kids ganz anders aus. Das zeigt eine Forsa-Studie im Auftrag der DAK-Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen, bei der 1.000 Mütter und Väter zum Internet- und Computergebrauch ihrer zwölf- bis 17-jährigen Kinder befragt worden waren.

Der Untersuchung zufolge nutzen Jugendliche das Internet an einem Schultag durchschnittlich 2,6 Stunden, am Samstag oder Sonntag sogar für 3,7 Stunden. Der Prozentanteil der Kids, die sechs Stunden und mehr per Smartphone, Tablet oder Computer online sind, liegt unter der Woche bei fünf Prozent, am Wochenende bereits bei 20 Prozent. „Die Daten deuten darauf hin, dass etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter krankhaften Folgen ihrer Internetnutzung leiden“, warnt Prof. Rainer Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Um negativen Folgen vorzubeugen, ist die Rolle und Vorbildfunktion der Eltern von entscheidender Bedeutung. Sie müssen ihre Kinder zu einem möglichst sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet und Computer anleiten. Laut Prof. Thomasius sollten Eltern informiert sein, Interesse zeigen, Grenzen setzen und Alternativen für eine ausgewogene Freizeitgestaltung anbieten. Doch genau an diesem Engagement hapert es in vielen Familien. Die Forsa-Studie zeigt, dass 51 Prozent der Eltern keine Regeln aufgestellt haben, wie lange ihr Nachwuchs das Internet täglich nutzen darf, für 32 Prozent der Erziehungsberechtigten trifft dies auch auf die Inhalte der Websites zu.

Unterschätzt wird zudem, dass das so wesentliche Pensum an täglicher körperlicher Aktivität durch die intensive Beschäftigung mit der Online-Welt bei vielen Kids viel zu kurz kommt. Die Konsequenzen dieser weit verbreiteten Bewegungsarmut sind zahlreich: Sie reichen von Übergewicht, Rücken- und Kopfschmerzen über Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu psychischen Problemen. Auch hier sind die Eltern gefordert, dem zunehmend passiver werdenden Lebensstil ihrer Sprösslinge entgegenzuwirken. „Es lohnt sich immer, die Kinder im Aufbau ihrer körperlichen Fitness zu unterstützen, denn auch die geistige Entfaltung des jungen Menschen wird maßgeblich davon beeinflusst“, betont Dr. Axel Armbrecht vom Institut für Bewegungstherapie in Eutin. Auf dem Ratgeber-Portal www.komm-in-schwung.de gibt er zahlreiche Tipps und Anregungen, wie Eltern ihren Nachwuchs zu mehr körperlicher Aktivität im Alltag motivieren können. Hilfe zum Thema Internet- und Computernutzung finden Erziehungsberechtigte z. B. unter www.computersuchthilfe.info oder unter www.dak.de/internetsucht.

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

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