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Weltbevölkerung braucht Palmöl

Boykott-Aufrufe nicht sinnvoll

Weltbevölkerung braucht Palmöl

Grafik: Supress (No. 5604)

sup.- Es klingt löblich, wenn dazu aufgerufen wird, zum Schutz der tropischen Regenwälder nach Möglichkeit auf Lebensmittel mit der Zutat Palmöl zu verzichten. Global gesehen ist diese Empfehlung jedoch wenig sinnvoll, weil sie grundlegende soziale, ökologische und ökonomische Zusammenhänge ausblendet. Sehr viel realistischer formuliert deshalb auch die international anerkannte Umweltschutzorganisation Greenpeace ihre Forderung: „Wir sind nicht gegen Palmöl oder gegen die Palmölindustrie. Wir sind gegen Palmöl, das auf Plantagen angebaut wird, für die tropischer Regenwald oder Torfwälder vernichtet werden.“

Zu den Fakten: Ressourcen-effiziente Nutzpflanzen wie Ölpalmen, die einen hohen Ertrag pro Fläche erzielen, haben für die Ernährungsversorgung der Weltbevölkerung einen hohen Stellenwert. Palmöl gehört in vielen Ländern wie z. B. Indonesien, Indien und China zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Weltweit wird dieses wertvolle Pflanzenfett zu rund 73 Prozent als Nahrungsmittel verwendet, der industrielle Bedarf liegt bei ca. 27 Prozent.

In der Europäischen Union, die nach Zahlen des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) für das Jahr 2014 beim globalen Verbrauch von Palmöl auf einen Anteil von zwölf Prozent kommt, in Deutschland sind es zwei Prozent, sieht die Situation anders aus. Hier werden nur rund 54 Prozent des Palmöls für die Verarbeitung von Lebensmitteln genutzt und 46 Prozent für technische Prozesse z. B. zur Produktion von Kosmetika sowie Reinigungsmitteln, aber insbesondere auch zur Erzeugung von Biokraftstoffen. Laut der Nachhaltigkeitsverordnung der Bundesregierung darf Palmöl, das als Grundlage für Biokraftstoffe dient, ausschließlich von bereits landwirtschaftlich genutzten Flächen stammen, um zu verhindern, dass für den Anbau Regenwälder gerodet werden. Dennoch ist der Einsatz von pflanzlichen Fetten zur Produktion von Kraftstoffen äußerst umstritten.

Wegen seiner vielseitigen Eigenschaften wie hohe Wärmebeständigkeit, gute Geschmeidigkeit sowie lange Haltbarkeit und seines günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses ist Palmöl in der Lebensmittelbranche hingegen derzeit nahezu unersetzbar. Im Gegensatz zur Verwendung für Biokraftstoffe ist hier der Einsatz von nachhaltig erzeugtem zertifiziertem Palmöl nicht vorgeschrieben, sondern hängt von der jeweiligen Einkaufspolitik der Unternehmen ab. Durch ihre Kaufentscheidung können Konsumenten aber Einfluss darauf nehmen, dass Firmen sich verstärkt für nachhaltig gewonnenes Palmöl engagieren. Wie eine aktuelle Studie von Greenpeace (www.greenpeace.de/themen/walder/musli-mit-bitterem-beigeschmack) zeigt, gibt es in dieser Hinsicht bei den großen Markenherstellern noch erhebliche Unterschiede.

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

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