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Palmöl in Nahrungsmitteln

Kennzeichnungspflicht fördert Nachhaltigkeits-Zertifizierung

Palmöl in Nahrungsmitteln

Grafik: Supress (No. 5705)

sup.- Etwa 33 Prozent des Palmöl-Verbrauchs in Deutschland von jährlich rund 1,8 Mio. Tonnen werden für die Produktion von Nahrungsmitteln verwendet. Weltweit spielt hingegen der Einsatz von Palmöl in Nahrungsmitteln mit knapp 70 Prozent die größte Rolle. Auf dem deutschen Markt finden Verbraucher die Zutat Palmöl vor allem in Margarine, Brot- und Backwaren, Pizzen und anderen Fertigprodukten, Schokolade und kakaohaltigen Aufstrichen, Eiscreme sowie in Knabberwaren. Die Illustration zeigt den jeweiligen Anteil dieser Produktgruppen am gesamten Palmöl-Verbrauch in Nahrungsmitteln.

Palmöl hat zahlreiche funktionale Vorzüge: Es verbessert die Geschmeidigkeit, die Wärmebeständigkeit, die Haltbarkeit sowie den Geschmack von Lebensmitteln. Nicht nur unter technischen Gesichtspunkten ist deshalb Palmöl nur sehr bedingt z. B. durch Soja-, Raps-, Sonnenblumen- oder Kokosnussöl ersetzbar. Auch unter Umweltaspekten scheint es wenig sinnvoll zu sein, Palmöl durch andere Öle zu substituieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Beratungsfirma Agripol im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature). „Der simple Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle löst die Probleme nicht, sondern kann sie sogar verschlimmern“, warnt die WWF-Studienleiterin Ilka Petersen. Grund hierfür ist vor allem die mit Abstand höchste Ertragskraft von Ölpalmen im Vergleich zu allen anderen fettliefernden Nutzpflanzen.

Oberste Priorität kommt deshalb der Optimierung der Anbau-Bedingungen zu: „Es führt daher kein Weg daran vorbei, den Anbau von Ölpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten“, so Ilka Petersen. Ein guter Schritt in diese Richtung ist mit der Ende 2014 eingeführten EU-Verordnung (Lebensmittelinformations-Verordnung) erzielt worden, der zufolge die Verwendung von Palmöl in weiterverarbeiteten Nahrungsmitteln explizit als eigenständige Zutat aufgelistet werden muss. Diese Kennzeichnungspflicht hat dazu beigetragen, dass Unternehmen bei ihrer Einkaufspolitik stärker für nachhaltig gewonnene Rohstoffe sensibilisiert worden sind. Laut Angaben von OVID (Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland) sind mittlerweile über 50 Prozent des im Nahrungsmittelbereich eingesetzten Palmöls nachhaltig zertifiziert. Durch ihr Einkaufsverhalten können Verbraucher dazu beitragen, diesen Trend weiter zu forcieren. In welchem Ausmaß sich große Markenhersteller für transparent rückverfolgbares Palmöl aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen engagieren, zeigt z. B. die aktuelle Greenpeace-Analyse ( www.greenpeace.de/themen/walder/musli-mit-bitterem-beigeschmack).

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

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