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Unterschätzte Gefahr: Hodenkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern unter 45 Jahren

Unterschätzte Gefahr: Hodenkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern unter 45 Jahren

Prof. Dr. Marcus Hentrich (Bildquelle: Rotkreuzklinikum München)

In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.400 Männer an Hodentumoren. Die gute Heilbarkeit dieser Krebserkrankung zeigt sich daran, dass die Sterberate mit etwa 150 Fällen sehr niedrig ist. Hodentumoren sind bei Männern im Alter von 20 bis 45 Jahren häufiger als Leukämien oder andere Krebsarten.

Prof. Dr. Marcus Hentrich, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin – Hämatologie und Onkologie – am Rotkreuzklinikum München und einer der renommiertesten Spezialisten für die Behandlung von Hodenkrebs in Deutschland, erläutert: „Das Tückische an Hodenkrebs ist zum einen, dass er im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen kaum bekannt ist. Zum anderen trifft er junge Männer in einer Lebensphase, in der sich die wenigsten Gedanken über Krebs machen. Das Abtasten auf Schwellungen wird von Männern eher vernachlässigt. Aber auch wenn Hodenkrebs erst in fortgeschrittenen Stadien bemerkt wird, ist er vergleichsweise sehr gut behandelbar.“

Früherkennung wichtig
Der einzige gesicherte Risikofaktor für Hodenkrebs ist der Hodenhochstand (eine angeborene Lageabweichung), der in den meisten Fällen bereits bei der Geburt vorliegt, seltener auch erst im Kindesalter festgestellt wird. Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei familiärer Vorbelastung, zum Beispiel wenn der Bruder oder der Vater bereits erkrankt ist. Hentrich weiß: „Wie alle Keimzelltumoren ist auch Hodenkrebs gut therapierbar, selbst bei Metastasen, da diese gut auf Chemotherapien, in besonderen Situationen auch auf sogenannte Hochdosis-Chemotherapien mit Stammzelltransplantation, wie wir sie bei uns durchführen, ansprechen.“ Der Chefarzt erklärt weiter: „Junge Männer sollten regelmäßig ihren Hoden abtasten und auf Veränderungen, Verhärtungen, Schwellungen oder schmerzhafte Druckstellen prüfen. Dann sollte sofort ein Urologe aufgesucht werden, der einen Verdacht mit wenigen Untersuchungen bestätigen oder ausschließen kann.“

Renommierte Anlaufstelle bei Hodenkarzinomen
Bei positivem Befund wird der befallene Hoden in der Regel entfernt. Bei Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen erfolgt eine Chemotherapie, die in den meisten Fällen zur Heilung führt. Sind nach der Chemotherapie noch Resttumoren nachweisbar, können sie je nach Größe und Art des Tumors durch weitere Operationen entfernt werden. Eine Bestrahlung kommt heute nur noch selten zum Einsatz.

Die Abteilung Innere Medizin – Hämatologie und Onkologie – des Rotkreuzklinikums München ist besonders auf die Therapie von Patienten mit Hodentumoren, die einen Rückfall erleiden oder einen komplizierten Krankheitsverlauf aufweisen, spezialisiert. Das Haus erhält Überweisungen aus ganz Bayern, da es eine der wenigen Einrichtungen ist, die über viel Erfahrung mit komplexen Therapien und der sogenannten Hochdosis-Chemotherapie bei diesen Patienten verfügen. Eine Hochdosis-Chemotherapie mit einer sogenannten autologen Stammzelltransplantation bekämpft die Krebszellen besonders wirksam und nachhaltig und kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Therapien nicht angeschlagen haben.

Das Rotkreuzklinikum München ist ein Haus der Schwerpunktversorgung und Akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München. Es verfügt über 435 Betten unter anderem in den Fachabteilungen für Chirurgie, Innere Medizin, Anästhesiologie, Geburtshilfe, Gynäkologie und Diagnostische Radiologie. Das Rotkreuzklinikum München gehört zum Klinikverbund der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz e.V.

www.rotkreuzklinikum-muenchen.de

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