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Genossenschaftsmilch auf dem Weg zum Zusammenschluss

Der neu gewählte Präsident Mocellin: „Ein strategisches Bedürfnis, das über die Größe der Genossenschaften hinausgeht, wobei auch Investitionskapazität und technische Innovation sowie Vertriebs“.

Genossenschaftsmilch auf dem Weg zum Zusammenschluss

“ Zusammenschluss ist die Antwort auf die globalen Herausforderungen, denen sich das genossenschaftliche Wertschöpfungssystem der Milchwirtschaft stellen muss. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um eine Möglichkeit, sondern um eine strategische Notwendigkeit. Heute entscheiden Konkurrenz und Wettbewerb die Größe eines Unternehmens: Tatsächlich werden 63 % des Umsatzes der Molkereigenossenschaften von den 25 am stärksten strukturierten Unternehmen erwirtschaftet“. Dies waren die Worte des kürzlich neu gewählten Präsidenten des Milchsektors von Confcooperative Agroalimentare e Pesca Alessandro Mocellin bezüglich der jüngsten Daten von Ismea (Staatliches italienisches Agrarförderinstitut). Demnach machen Betriebe mit über 5.000 Milchkühen zwar nur 5% des Sektors aus, halten jedoch rund ein Drittel des gesamten Milchviehbestands.

Immer härtere globale Märkte, steigende Investitionen in Innovation und Nachhaltigkeit sowie der Druck auf die Produktionskosten bei gleichzeitig sinkenden Erzeugerpreisen, fordern die Agrarwirtschaft heraus. Das Genossenschaftssystem ist daher gezwungen, Kräfte zu bündeln und Kompetenzen sowie die Produktionsgebiete enger zu vernetzen. Nur so lassen sich die Betriebe stärken, die Einkommen der Landwirte sichern und eine höhere Wertschöpfung erzielen.

Die jüngsten Zusammenschlüsse sind ein klarer Beweis für die Vitalität dieses Sektors und seinen fortschreitenden Konsolidierungsprozess. Die Gründung der „Nuova Latteria Südtirol“ markiert einen bedeutenden Fusionsmoment zwei der größten und traditionsreichsten Südtiroler Genossenschaften: Mila (Latte Montagna Alto Adige) und Brimi (Centro Latte Bressanone). Dieses neue, schlagkräftige Milchproduktionssystem umfasst rund 3.100 landwirtschaftliche Betriebe. Ziel des Zusammenschlusses ist es, Synergien in den Bereichen Logistik, Einkauf und Verwaltung zu nutzen sowie die Verhandlungsposition am Markt zu stärken. Auch die jüngste Übernahme des Geschäftsbereichs Produktion und Vermarktung des Consorzio Produttori Latte Maremma durch Granarolo ist ein weiteres Beispiel für diesen Trend. Sie zeigt, wie industrielle Integration zu größeren Entwicklungschancen beitragen und das kommerzielle Wachstum steigern kann, während gleichzeitig Arbeitsplätze, regionale Verwurzelung sowie Produktqualität gesichert werden.

„Zusammenarbeit und Bündelung dürfen nicht ausschließlich als Antwort auf die Anforderungen an die Unternehmensgröße des Marktes angesehen werden – so die Worte von Mocellin – sondern vielmehr als Schlüssel für die Stärkung eines genossenschaftlichen Modells in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld. Das ist auch der Grund, weshalb wir seit zwei Jahren darauf hinweisen, dass im Rahmen der nächsten EU-Förderungen die Einführung einer GMO (Gemeinsame Marktorganisation) für den Milchsektor vorgesehen werden muss. Nur mit derart sektorspezifischen Maßnahmen ist eine effiziente Steuerung des Produkts möglich, während Unternehmen gleichzeitig anhand von technologischer Innovation, ökologischer Nachhaltigkeit sowie gezielter Absatzförderung wettbewerbsfähiger werden und in der Lage sind, den ständig wechselnden wirtschaftlichen und marktbezogenen Rahmenbedingungen zu entsprechen“.

Im Rahmen der Aufklärung und Aufwertung des Sektors wird indessen die Kampagne „Think Milk, Taste Europe, Be Smart“ fortgesetzt. Gefördert wird diese vom Milchsektor der Alleanza delle Cooperative Italiane, umgesetzt von Confcooerative und kofinanziert von der Europäischen Kommission.

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