Trotz Bedenken der Branche verzeichnen Softwarehersteller kaum Einbußen im Lizenz-Business – gleichzeitig gibt es konkreten Preisdruck und die Modelle zur Monetarisierung ändern sich
Hamburg, 14. Oktober 2026 — Hyperscaler, KI Start Ups und AI Labs dominieren die Diskussion um Preisgestaltung und Rentabilität von KI. Der „ Revenera Monetization Monitor: Software and AI Pricing Models and Strategies 2027 (https://info.revenera.com/SWM-RPT-Monetization-Monitor-Software-AI-Pricing-Trends-Strategies?lead_source=PR)“ zeigt dagegen ein anderes Bild für die „stille Mehrheit“ der KI-Branche: Unzählige Softwareanbieter oder Hersteller von smarten Geräten und Applikationen sind gerade dabei KI in ihre Produkte und Lösungen implementieren. Für diese Unternehmen geht es vor allem darum, einen wohl durchdachten Ansatz in Bezug auf verbrauchsabhängige Preisgestaltung zu entwickeln und dabei den Fokus auf die Planungssicherheit bezüglich Kosten für deren Kunden zu legen.
Die weltweite Umfrage von Revenera (http://www.revenera.com/) offenbart ein Paradox: 96 Prozent der befragten Produkt- und Geschäftsverantwortlichen haben bereits KI-Funktionen in zumindest einen Teil ihrer Produkte integriert. Das Spektrum reicht von prädiktiven Analysen über die Automatisierung von Arbeitsabläufen und Prozessen bis hin zu generativer KI. Fast die Hälfte bietet mittlerweile auch agentische KI an. Doch während die Anbieter ihr KI-Portfolio ausbauen, hält die Nutzung auf Kundenseite nicht Schritt. Nur bei rund jedem zehnten Befragten (11 Prozent) erreichen die KI-Funktionen eine hohe Nutzungsrate. Bei fast der Hälfte der Anbieter (48 Prozent) verwenden Anwender die KI-Funktionen nur gering oder im begrenzten Umfang.
Monetarisierungsstrategie: Kostensicherheit geht vor Umsatzmaximierung
Was also hält Kunden davon ab, die neuen KI-Funktionen stärker zu nutzen? An den Preismodellen allein dürfte es kaum liegen. Denn bei der Monetarisierung von KI gehen die meisten Softwareanbieter bislang überraschend behutsam vor und halten sich mit grundlegenden Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle zurück.
Am häufigsten integrieren die Anbieter KI-Funktionen in höherpreisige Produktpakete (40 Prozent) oder bieten sie ohne Aufpreis in bestehenden Anwendungen an (39 Prozent). Ebenfalls weit verbreitet sind hybride Modelle, die Abonnements mit nutzungs- oder ergebnisabhängigen Gebühren kombinieren (37 Prozent). Alle drei Ansätze bieten Kunden eine gewisse Kostensicherheit. Denn solange die tatsächliche Rendite von KI-Investitionen schwer abzuschätzen ist und Kunden unkalkulierbare Kosten scheuen, hat finanzielle Planbarkeit Vorrang. Fast dreimal so viele Unternehmen stellen Kostensicherheit für ihre Kunden über die kurzfristige Umsatzmaximierung (47 gegenüber 16 Prozent).
„In der Branche wird viel darüber gesprochen, dass alle möglichst schnell auf nutzungsbasierte und KI-spezifische Preismodelle umsteigen. Doch die Realität sieht differenzierter aus. Die Studienergebnisse von Revenera zeigen, wie die ‚stille Mehrheit‘ der Software- und Technologieunternehmen tatsächlich mit dem Thema Monetarisierung umgeht“, erklärt Tiffany McCormick, Senior Director, AI Monetization, Pricing Strategies & Business Models bei IDC. „Für viele Unternehmen sind planbare Kosten, Kundenbindung und praktikable Lösungen im Geschäftsalltag nach wie vor genauso wichtig wie Innovation. Das deckt sich mit unseren eigenen Untersuchungen bei IDC und zeigt, wo die Unternehmen bei der Monetarisierung tatsächlich stehen.“
„Der Revenera Monetization Monitor bestätigt einen Trend, den wir bei SaaS-Unternehmen schon länger beobachten: Kunden lehnen nutzungsabhängige Preismodelle nicht grundsätzlich ab. Sie wollen nur keine Rechnung, deren Höhe sie nicht im Vorfeld abschätzen können“, so Rob Litterst, Mitgründer von PricingSaaS. „Erfolgreiche KI-Preismodelle kombinieren deshalb eine kalkulierbare Grundgebühr mit nutzungsabhängigen Kosten. Ein bestimmtes Nutzungskontingent sollte bereits im Produktpaket enthalten sein, damit Kunden neue KI-Funktionen ohne zusätzliche Budgetfreigabe ausprobieren können. Erst bei steigender Nutzung steigen dann auch die Kosten.“
Zwischen KI-Profitabilität und SaaS-Preisdruck
Ob und wie sich solche Modelle langfristig durchsetzen, wird sich zeigen. Bis 2028 wollen 58 Prozent der Unternehmen verstärkt auf höherpreisige Produktpakete mit integrierten KI-Funktionen setzen. Das dürfte auch notwendig sein, um die Rentabilität zu sichern. Zwar sorgt KI für zusätzliche Umsätze, doch Entwicklung und Betrieb bleiben kostspielig. Bei 69 Prozent der Unternehmen treiben KI-Angebote das Umsatzwachstum voran, mehr als die Hälfte (52 Prozent) profitiert auch von einer höheren Rentabilität. Gleichzeitig belasten die laufenden Kosten für die Bereitstellung von KI, insbesondere die damit verbundenen Cloudkosten, die Gewinnmargen.
Die gute Nachricht für die Softwarebranche: Der befürchtete Kahlschlag im SaaS-Geschäft (SaaSpocalypse) ist bislang ausgeblieben. Trotz KI und KI-Agenten hält sich der Rückgang verkaufter Nutzerlizenzen – der Seats – bislang in Grenzen. Zwar rechnet fast ein Viertel der Unternehmen (23 Prozent) mit einer sinkenden Nachfrage nach Nutzerlizenzen und Abonnements. Tatsächlich betroffen sind bislang aber nur 7 Prozent.
Spürbar hingegen ist der durch KI verursachte Preisdruck: Fast die Hälfte der Anbieter (45 Prozent) sieht sich gezwungen, höhere Rabatte anzubieten, weil sie andernfalls riskieren, dass Kunden Software mithilfe von KI selbst entwickeln. Hinzu kommt der Druck, die Preise bei Vertragsverlängerungen zu senken, weil Softwarebudgets mit KI-Investitionen konkurrieren. Noch ist der Verlust von Kunden und Lizenzen überschaubar. Doch mit zunehmender KI-Nutzung könnte sich das ändern, wenn Unternehmen das Kosten-Nutzen-Verhältnis ihrer Softwareportfolios neu bewerten.
Ungenutzter Datenschatz
Hinter der Unsicherheit vieler Softwareanbieter steckt auch eine gewisse Unfähigkeit, den richtigen Preis für ihre KI-Angebote zu definieren. Nur bei 33 Prozent der Unternehmen stehen Preis und Kundennutzen vollständig im Einklang. Fast der Hälfte (49 Prozent) fehlt es an einem klaren Verständnis dafür, worin ihre Kunden den eigentlichen Mehrwert sehen. Hinzu kommt eine unzureichende Datenbasis. Genau hier liegt ein bislang weitgehend ungenutztes Potenzial: Detaillierte Einblicke in die tatsächliche Nutzung von Software und KI-Funktionen könnten zeigen, welche Funktionen für Kunden besonders wertvoll sind und wofür sie bereit wären, mehr zu bezahlen.
Doch trotz dieses Potenzials fällt es vielen Softwareanbietern schwer, ihre Nutzungs- und Telemetriedaten systematisch zu erfassen und auszuwerten. 41 Prozent sind bei der Datenerhebung weiterhin auf manuelle Prozesse oder die Unterstützung ihrer Entwicklungsteams angewiesen. Und nur 27 Prozent verfügen über automatische Warnmeldungen, wenn die Nutzeraktivität zurückgeht. Das Problem liegt dabei weniger darin, Kunden von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen. Vielmehr fehlen den Unternehmen die nötige Transparenz und die Abstimmung zwischen den Teams, um Abwanderungsrisiken frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Auch die weitgehend fehlende Automatisierung von Verlängerungsprozessen erschwert es, Kunden langfristig zu halten.
„KI eröffnet neue Umsatzchancen, setzt gleichzeitig aber auch die Rentabilität unter Druck. Softwareanbieter müssen deshalb genau verstehen, wie ihre Kunden KI nutzen, welchen Mehrwert sie darin sehen und welche Kosten bei der Bereitstellung entstehen“, erklärt Nicole Segerer, General Manager bei Revenera. „Nutzungsdaten sind dabei der Schlüssel. Sie helfen den Anbietern, Preismodelle zu entwickeln, die den Einsatz von KI fördern und zugleich die Gewinnmargen schützen. So lassen sich auch böse Überraschungen bei der Abrechnung vermeiden.“
Der vollständige Report „Revenera Monetization Monitor: Software and AI Pricing Models and Strategies 2027“ (https://info.revenera.com/SWM-RPT-Monetization-Monitor-Software-AI-Pricing-Trends-Strategies?lead_source=PR)steht hier zum Download bereit.
Methodologie
Die weltweite Umfrage für den „Revenera Monetization Monitor: Software and AI Pricing Models and Strategies 2027“ wurde im Juni und Juli 2026 durchgeführt. Die Teilnehmer wurden sowohl über die Marketingdatenbank von Revenera als auch über ein geprüftes externes Befragungspanel rekrutiert. Lediglich 8 Prozent der Befragten sind Kunden von Revenera. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von 415 Teilnehmern, wobei sich einzelne Fragen an eine kleinere, gezielt ausgewählte Gruppe qualifizierter Befragter richteten.
Revenera unterstützt Produktverantwortliche, bessere Anwendungen zu entwickeln, die Markteinführungszeit zu verkürzen und Produkte effektiv zu monetarisieren – egal ob On-Premise, Embedded Software, SaaS oder Cloud. Die führenden Lösungen von Revenera ermöglichen es Software- und Technologieunternehmen, ihren Umsatz mit Hilfe moderner Software-Monetarisierung zu steigern. Softwarenutzungsanalysen erlauben tiefe Einblick in die Nutzung von Software und die Einhaltung von Lizenzierungen. Lösungen für Software Composition Analysis garantieren ein hohes Maß an Open-Source-Sicherheit und Lizenzcompliance. Mehr Informationen unter www.revenera.com
Firmenkontakt
Revenera / Flexera
Nicole Segerer
Vorsetzen 41
20459 Hamburg
.
www.revenera.com
Pressekontakt
Lucy Turpin Communications GmbH
Sabine Listl
Prinzregentenstrasse 89
81675 München
+49 89 417761 – 16
http://www.lucyturpin.com