Behandlung von Prostatakrebs ohne Operation

Zur radikalen Entfernung der Prostata gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Alternativen

Behandlung von Prostatakrebs ohne Operation

Eine schonende Entfernung des Prostatakrebs. (Bildquelle: © EVERST – Fotolia)

Prostatakarzinome mit einem niedrigen oder mittleren Risikograd können unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Operation entfernt werden. Bei Patienten mit lokalisierten Tumoren und einem Gleason-Score 6 oder 7 kann alternativ das TULSA-Verfahren eingesetzt werden. Der Name TULSA ist die Kurzform von Transurethrale ULtraSchall Ablation.

TULSA-Verfahren: Schonende Ablation des Karzinoms an der Prostata

Die Behandlung mit TULSA verfolgt das Ziel, das Karzinom der Prostata, also der Vorsteherdrüse, schonend zu zerstören. Dabei sollen die körperlichen Strukturen, respektive die umliegenden Organe nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Das bedeutet: Die Funktionen sowohl für die Kontinenz, als auch für die Potenz bleiben in vielen Fällen erhalten. Das konnte bereits in klinischen Studien nachgewiesen werden.(1) Demnach bleiben bei den meisten Patienten die Harnfunktion sowie die erektile Funktion nach einer TUSLA Behandlung erhalten. Für welche Patienten das TULSA-Verfahren bei Prostatakrebs in Frage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind in diesem Zusammenhang zum Beispiel das diagnostizierte Krankheitsstadium sowie die Lokalisierung des Tumors.

TULSA-Verfahren zur Ablation der Prostata: Keine chirurgische Entfernung nötig

Da es sich bei diesem Verfahren nicht um einen offenen-chirurgischen Eingriff handelt, ist ein klassischer Operationssaal nicht erforderlich. Die Behandlung findet stattdessen in einem sogenannten MRT-Untersuchungsraum statt. Dadurch ist während des TUSLA-Verfahrens eine durchgängige Kontrolle durch eine bildgebende Magnetresonanztomografie (MTR) gewährleistet. Der behandelnde Arzt erhält dabei zu jeder Zeit Schnittbilder von der Prostata des jeweiligen Patienten und kann die Behandlung bei Veränderungen anpassen.

Die Behandlung dauert in der Regel lediglich einen Tag

Das gesamte Verfahren kann individuell gesteuert und genau an das jeweilige Krankheitsbild angepasst werden. So kann der behandelnde Arzt – je nach Sitz des Karzinoms in der Prostata – das TULSA-Verfahren gezielt in den betroffenen Bereichen anwenden oder die komplette Prostata behandeln. Die umliegenden Organe können dabei weitestgehend geschützt werden. In der Regel wird das Verfahren lediglich an einem Tag – zumeist unter Vollnarkose – durchgeführt. Die Behandlung selbst dauert nur wenige Stunden, so dass Pateinten nach der Behandlung schnell wieder nach Hause können.

Quelle:
(1) Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS); Stand: 16.05.2018.

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