BPS e.V. äußert sich kritisch zur Entscheidung des G-BA

PSA-Test als Beratungs- und Kassenleistung

Die Entscheidung des G-BA Plenums vom 17. Dezember 2020 https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/918/ hat deutlich gemacht, dass in einer dissenten Position die Patientenbelange unserer Meinung nach weit hinten angestellt wurden und alleine auf einem unserer Ansicht nach sehr einseitigen IQWIG Berichts, unter Vernachlässigung der wohl argumentierten öffentlichen Stellungnahmen der DGU, der DEGRO, der DRG sowie der Bundesärztekammer, entschieden wurde. Mit KBV DKG und der Patientenvertretung wurde das unserer Meinung nach deutlich, wogegen die GKV den Istzustand als beizubehalten sah und letztendlich durch die 3 neutralen Mitglieder entschieden wurde.

Auffällig für uns war, der fast schon an Prof. Hackethal erinnernde Hinweis, PSA Erhöhung kann auch durch Entzündung, Fahrrad zum Urologen Geschlechtsverkehr vor der Blutabnahme entstehen. Wir haben nicht nur deutlich gemacht, dass wir anstreben einem Mann, der aus Gründen der Früherkennung das machen möchte vor der Blutabnahme Aufklärung zu Teil wird, nämlich, dass da auch was negativ rauskommen kann und wenn er dann immer noch will, dass dann unter entsprechender Belehrung ein Termin zur Blutabnahme vereinbart wird, und, dass das Ergebnis detailliert besprochen und eine Empfehlung – leitliniengerecht – gegeben wird wie es weitergehen sollte. Heutige Urologen sind im Stadium 2.0 längst angekommen und beachten das ziemlich gut, nur was Männer deutlich davon abhält ist das Thema öffentliche Darstellung des PSA und die Thematik es kostet wobei Früherkennung analog zu den Frauen kostenfrei sein muss.

Der Prostatakrebs ist mittlerweile die häufigste Krebskrankheit des Mannes an der jährlich 14.000 Betroffene sterben. Für diese Erkrankung gibt es derzeit weder ein DMP Programm noch eine Früherkennungsuntersuchung, die diesen Namen verdient, wir sehen den Hinweis auf eine Abtastung des Organs gem. der aktuellen Richtlinie als realitätsfern, die aktuelle KFL Richtlinie ist jahrzehntealt und bedarf dringen einer Aktualisierung.

Wir möchten in diesem Zusammenhang, da wir es im Rahmen unseres Antrages thematisiert hatten auf die uns zeitlich vorauseilende Situation in den USA aufmerksam machen, wo seit Herabstufung des PSA Tests – wurde zwischenzeitlich wieder rückgängig gemacht – die Zahl der schwer betroffenen / Hochrisiko / metastasierten Patienten deutlich zugenommen hat, eine Bewegung, die uns noch bevorsteht.
Der deutsche Artikel dazu unter

https://biermann-medizin.de/mehr-hoehergradiger-prostatakrebs-nach-der-uspstf-empfehlung-gegen-psa-screening/?fbclid=IwAR24jYmNk_F82TBDI3jQXJYMHcay6P8q-lmp_ECx9IWSd0DSLMmIR12InsY&cn-reloaded=1

sowie das englische Original unter

https://bjui-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/bju.15051

Dass hier an der öffentlichen substanziellen Darstellung der Fachgesellschaften vorbeigegangen wurde erschließt sich uns nicht, eine erste Reaktion war

https://idw-online.de/de/news760333

Abschließend, der Hinweis auf die laufende PROBASE Studie führt insoweit in die Irre, dass dort sämtliche rekrutierten Teilnehmer einen PSA Test bekommen, in sehr frühem Stadium ein mpMRT zur Diagnosestellung durchgeführt wird und unserer Meinung nach schlussendlich nur genauer definiert werden wird, was das ideale Alter sein wird eine Früherkennung durch PSA Bestimmung und weitere Maßnahmen soweit notwendig festzulegen. Das deckt sich in weiten Teilen mit dem aktuell nicht befürworteten Antrag seitens der Patienten und was komplett damit verdeckt wird ist, dass nun bei normaler Abwicklung weitere mindestens 5 Jahre vergehen, 70.000 Tote zu beklagen sein werden bis evidente Daten aus PROBASE via G-BA via IQWIG via G-BA möglicherweise zu einer Entscheidung führen, das den Betroffenen zu vermitteln ist nicht möglich.

Über den BPS:
Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) wurde im Jahr 2000 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Ihm gehören über200 Selbsthilfegruppen an. Er ist europaweit die größte und weltweit die zweitgrößte Organisation für Prostatakrebspatienten. Der BPS vertritt Patienteninteressen im Gemeinsamen Bundesausschuss, in der Leitlinienkommission, in der Zertifizierungskommission der Prostatakrebszentren und ist Mitglied in der europäischen Prostatakrebs-Selbsthilfevereinigung „Europa UOMO“.
Der BPS ist gemeinnützig und steht unter der Schirmherrschaft der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

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