Bundesregierung muss schnell handeln!

VKD-Präsident fordert Gesetzesinitiative zur Unterstützung der Krankenhäuser

(NL/1356275849) Berlin, d. 21. November 2012. Die Bundesregierung muss so bald als möglich grundle-gende Änderungen der Krankenhausfinanzierung in die Wege leiten. Das forderte der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands, Dr. Josef Düllings, im Rahmen des 35. Deutschen Krankenhaustages. Die viertägige Veranstaltung im Rahmen der weltgrößten Gesundheitsmesse Medica in Düsseldorf ging am vergangenen Sonnabend zu Ende.

Josef Düllings, der in diesem Jahr auch Präsident dieses größten Kongresses der deut-schen Kliniken war, verwies gegenüber Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr in der Auftaktveranstaltung darauf, dass die Politik zwar den hohen, auch wirtschaftlichen Stellenwert der Branche erkenne, daraus aber bisher nicht die notwendigen Konsequenzen ziehe.

Mit deutlichen Worten legte der VKD-Chef gegenüber dem Minister sowie zahlreichen Vertretern von Politik, Krankenkassen und Industrie, von Verbänden und aus Kranken-häusern die Lage der Kliniken dar. Aufgrund gesetzlicher Einschränkungen könnten die meisten Krankenhäuser derzeit in keinem Bereich eine Refinanzierung ihrer Kosten über die Preise und ebenso wenig über die Mengen erreichen, kritisierte er. Das gelte für Tarifsteigerungen und Personalkostensteigerungen zur Versorgung zusätzlicher Patienten ebenso wie für Sachkostensteigerungen und Investitionskosten.

Er forderte das Bundesgesundheitsministerium auf, so schnell wie möglich einen Ge-setzentwurf vorzulegen, um die dringendsten Probleme zu lösen. Dazu gehörten die doppelten Vergütungskürzungen bei der Finanzierung von notwendigen und mit den Krankenkassen auch vereinbarten Mehrleistungen sowie die falsche Systematik des so genannten Orientierungswertes, der die tatsächlichen Kostensteigerungen der Krankenhäuser nicht abbilde. Die Kliniken benötigten zudem als Feuerwehrmaßnahme eine Tarifausgleichsrate für 2013.

Bezogen auf das Generalthema des 35. Deutschen Krankenhaustages Zukunftsbranche Gesundheit Priorität Personal erklärte Dr. Düllings, die Politik in Bund und Ländern müsse geeignete Maßnahmen gegen den Ärzte- und Pflegekräftemangel auch in den Krankenhäusern treffen. Dazu gehöre u.a. die Aufstockung der Studienplätze für Medizin, die durch politische Entscheidungen um rund zehn Prozent vor zehn Jahren reduziert worden waren.

Die Lage der Kliniken werde verschärft durch die seit Jahren abnehmende Investitions-förderung der Länder mit all ihren negativen Auswirkungen auf die Betriebsmittel der Häuser. Hier forderte der VKD-Präsident Daniel Bahr auf, ein Bund-Länder-Programm zur Investitionsfinanzierung aufzulegen. Das könne nicht nur den Krankenhäusern helfen, sondern auch der Wirtschaft insgesamt.

Die schwierige Situation vieler Krankenhäuser in Deutschland hatte eine Umfrage des VKD im April gezeigt. Danach erwarten 46 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser bis Ende dieses Jahres ein Defizit. Besonders stark betroffen sind Häuser, die weniger als 250 Betten vorhalten. Hier rechneten sogar 54 Prozent mit einer negativen Bilanz. Nur zehn Prozent der Krankenhäuser erreichen derzeit eine Umsatzrentabilität von über vier Prozent. Diese wäre aber notwendig, um die Zukunft aus eigener Kraft zu sichern.

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands engagierte sich auch in einer ganzen Reihe weiterer Veranstaltungen im Rahmen der Medica und des Krankenhaus-tages. Maßgeblich beteiligt war er am Seminar der Europäischen Vereinigung der Kran-kenhausdirektoren (EVKD) zum Thema Wie Qualität managen?. Hier ging es u.a. um die Europäische Richtlinie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung und deren Umsetzung in den Klinikalltag. Für den VKD haben Fragen der Qualität in der stationären Gesundheitsversorgung seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert. Zu einem Highlight dieser internationalen Veranstaltung wurde die Verleihung des Golden Helix Award, des ältesten Qualitätspreises im Gesundheitswesen, der in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben wurde und dessen Träger der VKD ist.

An der Präsentation der Entscheiderfabrik auf der Medica, in der es um das Thema Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz ging, war der VKD ebenfalls mit den Teilnehmern der diesjährigen Praxisprojekte beteiligt. Die Plattform zur Förderung eines optimalen IT-Einsatzes der Informations- und Medizintechnik in deutschen Krankenhäusern stellte u.a. die in 2012 gemeinsam bearbeiteten fünf Schlüsselthemen vor. Krankenhäuser, IT- und Medizintechnikfirmen sowie Beratungsunternehmen bearbeiten hier gemeinsam wichtige Themen und ihre Umsetzung in die Praxis der Krankenhäuser.

Der Messestand des VKD war, wie in jedem Jahr, Treffpunkt des Krankenhausmanage-ments und vieler anderer interessierter Besucher der Medica und des Krankenhaustags.

Der Deutsche Krankenhaustag findet jährlich im Rahmen der Medica in Düsseldorf statt. Er gilt als wichtigste Plattform für die Krankenhäuser. Ausgerichtet wird der Kongress von der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK). Gesellschafter sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD und der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK). Beteiligt sind ebenfalls die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und der Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK).

Kontakt:
Universitätsklinikum Aachen
Peter Asché
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
0241 8088000
[email protected]
www.vkd-online.de

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