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Caritas will mehr Hilfestellungen bei der Ausbildung für Jugendliche und Betriebe

Ganzheitliche Begleitung bei Ausbildung erhöht Chance auf erfolgreichen Abschluss

Stuttgart, 15. September – Zu wenigen Jugendlichen gelingt in Baden-Württemberg der nahtlose Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung. Dabei hat die Zahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen 2014 einen neuen Höchststand erreicht. „Hier tut sich eine immer größere Schere auf“, erklärt Prälat Wolfgang Tripp, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Aus seiner Sicht brauchen die Betriebe wie die Jugendlichen Hilfestellungen, damit die Schulabsolventen zügig in eine Ausbildung kommen und diese auch erfolgreich zu Ende bringen. Schulische Übergangssysteme und Berufsvorbereitungsjahre können aus Sicht der Caritas im Einzelfall richtig sein. Häufig würden die jungen Menschen hier aber geparkt und blieben ohne echte Perspektive auf eine Ausbildung.

Die Caritas Rottenburg-Stuttgart begrüßt deshalb das zu Schuljahresbeginn in vier Modellregionen startende Projekt AV-Dual (Duale Ausbildungsvorbereitung) der Landesregierung. Hier wird die Ausbildung in einem einjährigen Bildungsgang an beruflichen Schulen durch Schulunterricht mit Betriebspraktika vorbereitet. Dahinter steht auch der Gedanke, dass die Praktikanten im Betrieb als Lehrlinge haften bleiben. Die Caritas befürchtet aber, dass nicht die erforderliche Zahl an Betrieben zur Verfügung stehen wird und appelliert deshalb an die Betriebe in den Modellregionen – unter anderem im Rems-Murr-Kreis und Ostalbkreis -mitzuwirken.

Als grundsätzliches Problem sieht der katholische Wohlfahrtsverband bei AV-Dual, dass die Jugendlichen sich im Lernen selbst organisieren müssen. Dies überfordere viele der Jugendlichen. Für diese jungen Menschen fordert die Caritas im Land für die Zukunft ein bedarfsgerechtes Angebot wie etwa die VAB (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf). Jugendliche lernen bei diesem Angebot handwerkliche Berufsfelder kennen und können ihr Schulwissen vertiefen. In Trägerschaft der Caritas hat sich diese Unterstützung sehr bewährt.

Als einen zentralen Baustein im Angebot für Schulabgänger mit schlechtem oder fehlendem Abschluss sieht die Caritas in Baden-Württemberg die Assistierte Ausbildung. Bei diesem ganzheitlichen Ansatz begleitet ein qualifizierter Träger die Betriebe sowie die Auszubildenden vor und während der Ausbildung. Konfliktprävention und -lösung sind Teil des Angebots. Bei Bedarf erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Bildungsstandard zu verbessern und Schlüsselqualifikationen und Soziale Kompetenzen zu erwerben. Deshalb begrüßt die Caritas ausdrücklich den Vorstoß der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese hat den Bundesgesetzgeber gebeten, Assistierte Ausbildung als ein Regelinstrument gesetzlich zu verankern.

Generell ist es aus Sicht der Caritas Rottenburg-Stuttgart unumgänglich, Schüler in allen Schularten gründlich und umgehend bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Dass erst mit dem Bildungsplan im Jahr 2016 in Baden-Württemberg eine intensive Berufsorientierung vorgesehen ist, hält die Caritas für zu spät.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart über 1.700 Einrichtungen mit rund 82.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 31.500 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind.

Kontakt
Diözesancaritasverband Rottenburg-Stuttgart
Eva-Maria Bolay
Strombergstr. 11
70188 Stuttgart
0711/2633-1288
bolay@caritas-dicvrs.de
http://www.caritas-rottenburg-stuttgart.de

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