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Vier Perspektiven. Vier Gespräche.

Ein „Ruck“ geht durchs Land

Roman Herzog, Bundespräsident a.D., erhält den Deutschen Rednerpreis der German Speakers Association.

Ein

v.l.n.r.: Andreas Buhr, Roman Herzog, Lothar Seiwert, Laudator Peter Voß

(Bonn/München) Schillernder konnte der Gala-Abend im Bonner Maritim-Hotel nicht sein. Der Festakt am ersten Kongressabend bot genau das richtige Ambiente für Auszeichnungen wie den Deutschen Rednerpreis. (http://www.germanspeakers.org/deutscher-rednerpreis.html) Am Abend des 12. September gehörte unter anderen Alt-Bundespräsident Roman Herzog die große Bühne. Zum vierten Mal wurde der Deutsche Rednerpreis durch die German Speakers Association e.V. (http://www.germanspeakers.org/) vergeben. Nach Hans-Dietrich Genscher, Margot Käßmann und Dr. Dieter Zetsche erhielt in diesem Jahr Prof. Dr. Roman Herzog die begehrte Auszeichnung.

GSA Past-President Prof. Dr. Lothar Seiwert, Initiator des Deutschen Rednerpreises und Chairman des Gremiums, sparte nicht mit lobenden Worten. In seiner Begründung für die Wahl der Jury, Roman Herzog mit der Auszeichnung zu bedenken, hob er besonders die Rede des Alt-Bundespräsidenten zur Deutschen Einheit hervor. „In der Öffentlichkeit ist der frühere Bundespräsident untrennbar mit seiner Rede vom 26. April 1997 im gerade fertiggestellten Hotel Adlon über den „Ruck“ verbunden. Seine Ansprache bildete damals den Auftakt zu zahlreichen „Berliner Reden“, die an dieser Stelle von den jeweiligen Staatsoberhäuptern gehalten wurden – und sie war die bislang einzige, die nachhaltig auch außerhalb politischer Kreise in Erinnerung blieb“, sagte Seiwert.

„Und er ruckt schon wieder“, kündigte Seiwert den Preisträger an und spielte damit auf sein jüngst veröffentlichtes Buch an. Darin fordert Herzog, Europa neu zu erfinden, weil der Überstaat ein zu großes Gewicht über die Bürger erhält und die Kluft zwischen den Geber- und Nehmerstaaten immer größer wird. In seinem Buch stellt er deshalb ein völlig neues Konzept für Europa vor.

Roman Herzog jedoch nur auf seine zwar zweifellos berühmteste „Ruck-Rede“ zu reduzieren, fand der Laudator und frühere ARD-Vorsitzende sowie Präsident der privaten Quadriga-Hochschule in Berlin, Prof. Peter Voß, dann doch zu tief gestapelt. Für ihn ist Roman Herzog einfach ein Mensch, der mit den Bürgern deutlich und deutsch redet und das trotz seines Bildungsstands. Dabei sei die genaue wie umstandslos direkte, oft lakonische Sprache des früheren Bundespräsidenten nicht etwa l’art pour l’art, sondern habe mit seinem Verständnis von Demokratie zu tun. „Ihr galt und gilt Roman Herzogs ganzes Engagement. So will er erreichen, dass die Gewählten gegenüber ihren Wählern Klartext reden und deutlich machen, worum es wirklich geht oder was auf dem Spiel steht. Da hilft es auf Dauer nun mal nichts, den Mitmenschen etwas vorzumachen oder um den heißen Brei herumzureden“, so Peter Voß in seiner Laudatio.

Mit seinen Dankesworten machte Roman Herzog eindrucksvoll klar, wie eloquent und scharfsinnig er auch heute noch ist. Jeder seiner Sätze war mit Sprachwitz und einem Augenzwinkern gewürzt: „Noch besser wäre gewesen, es wäre jemand ausgezeichnet worden, der keine Reden gehalten hat. In unserer geschwätzigen Zeit, auch in unserem geschwätzigen Land, wäre das eigentlich eine Anregung für die Zukunft. Die Schwierigkeit ist nur: Wie weist man nach, dass man eine Rede nicht gehalten hat, dazu aber imstande gewesen wäre?“, so der Bundespräsident a.D. in seiner humorvollen „Acceptance Speech“.

Andreas Buhr, amtierender Präsident der GSA, lobte vor allem die weltoffene Haltung Herzogs, die ihn für diese Ehrung prädestinierte. „Für Herzog verfügen alle Deutschen über eine gemeinsame Identität, gleich an welchem Ort und in welcher Zeit sie heute leben, früher gelebt haben und künftig leben werden. Auch heute noch kommentiert Roman Herzog das politische Geschehen, mischt sich ein und schärft den Blick für wesentliche Veränderungen. Seine Worte sind nicht nur theoretische Reflexion, sondern überzeugen auch als konkrete Argumentation im Umgang mit der jüngeren Generation“, so Andreas Buhr über den Bundespräsidenten a.D.

Der Deutsche Rednerpreis wird von der German Speakers Association e.V. für rhetorische Meisterleistungen, herausragende Vorträge oder ehrliche und appellierende Worte an Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Sport, Kultur oder der Wissenschaft verliehen. Er würdigt nicht nur prominente Vortragsredner, sondern auch Personen des öffentlichen Lebens, die mit der Kraft ihrer Sprache Menschen und Medien bewegen. Das Gremium Deutscher Rednerpreis unter dem Vorsitz von Prof. Seiwert setzt sich zusammen aus allen Präsidenten der GSA. Der Preis ist nicht dotiert.

Die German Speakers Association e.V. ist europaweit der führende Berufsverband für professionelle Redner, Trainer und Coaches in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über den Dachverband Global Speakers Federation (GSF) ist die GSA mit über 5.000 Experten weltweit verbunden. Dieses Netzwerk vereint und verbindet die verschiedensten Sparten, die eines gemeinsam haben: die Wissensvermittlung von Experten an ein Publikum. Ziel der GSA ist es, ein Forum für professionelle Speaker zu kreieren, um von den Besten zu lernen, Ideen und Erfahrungen zu entwickeln, zu vertiefen und zum Nutzen anderer weiterzugeben.

Firmenkontakt
German Speakers Association e.V.
Frau Anja Lohmeir
Heidemannstr. 5b
80939 München
+49 (0)89 21 54 872-0
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http://www.germanspeakers.org

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