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Energieverschwendung in Industrie und Gewerbe

Effizienz-Potenziale werden zu selten genutzt

Energieverschwendung in Industrie und Gewerbe

Grafik: Gütegemeinschaft Energiehandel (No. 5156)

sup.- Wärme ist in weiten Bereichen von Industrie und Gewerbe nicht nur die Voraussetzung für angemessene Arbeitsbedingungen, sondern auch unverzichtbarer Bestandteil der Produktionsprozesse. Ob Dampf- bzw. Heißwassererzeugung, ob Trocknung oder Brennofeneinsatz – die so genannte Prozesswärme bildet in zahlreichen Branchen das Fundament der Fertigung und wird deshalb fast immer vor Ort in betriebseigenen feuerungstechnischen Anlagen erzeugt. Insgesamt rund 400 Terawattstunden (TWh) Endenergie müssen in Deutschland jährlich zur Versorgung dieser thermischen Prozesse aufgewendet werden. Für die erforderliche Produktion von Raumwärme kommen weitere 96 TWh hinzu. Das entspricht zusammen etwa einem Fünftel des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs. Eine enorme Aufgabe, für die die Unternehmen allerdings oft völlig unzureichend gerüstet sind: Nach Angaben der Initiative EnergieEffizienz, einer vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Informationsplattform, sind hierzulande 80 Prozent der industriellen Wärme- und Dampferzeugungsanlagen technisch veraltet. Die Folge: Jahr für Jahr entstehen enorme wirtschaftliche Belastungen, die durch Geräteaustausch und weitere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz vermeidbar wären.

Das Ausmaß dieser Energieverschwendung spiegelt sich in den Zahlen der Initiative EnergieEffizienz: Bei den industriellen Trocknungs- und Brennprozessen beläuft sich das Energieeinsparpotenzial auf 19 TWh pro Jahr, bei den sonstigen thermischen Prozessen sind es zwölf TWh. Der Energiebedarf für Raumwärmeerzeugung könnte durch energetische Optimierungen um weitere 18 TWh reduziert werden. Bei konsequenter Ausnutzung dieser Potenziale durch den Einsatz effizienter Technologien würden Energieverbrauch und Wärmekosten branchenübergreifend um durchschnittlich 15 Prozent sinken. Ein lohnenswerter Spareffekt also, zumal sich die dazu notwendigen Modernisierungsmaßnahmen meist innerhalb von ein bis vier Jahren amortisieren. Der erste Schritt in diese Richtung sollte stets eine kompetente Energieberatung sein, die vielfach auch förderfähig ist.

Unnötige Ausgaben lassen sich darüber hinaus auch schon bei der Beschaffung der Wärme-Energien vermeiden. Überall dort, wo eine Versorgung mit leitungsungebundenen Brennstoffen per Tankwagen erfolgt, sollte das Risiko fehlerhafter Zähleranlagen am Fahrzeug des Lieferanten so niedrig wie möglich gehalten werden. Messabweichungen könnten andernfalls die Einsparungen aus energetischen Verbesserungen unbemerkt wieder aufheben. Da die Mengenzähler ebenso wie die Produktgüte der Brennstoffe von der Qualitätskontrolle des Abnehmers meist nicht erfasst werden können, empfiehlt sich hierzu die Einschaltung einer neutralen Prüfinstanz: Bei Anbietern mit dem RAL-Gütezeichen Energiehandel (http://www.guetezeichen-energiehandel.de) werden alle betrieblichen Abläufe und Einrichtungen inklusive Fuhrpark, Liefertechnik sowie Eichung und Funktionsfähigkeit der Messgeräte von unabhängigen Gutachtern kontrolliert. Ein Verzeichnis aller Energiehändler, die diesen Zuverlässigkeits-Check bestanden haben, lässt sich unter www.guetezeichen-energiehandel abrufen.

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