Berlin, 05. Mai 2026 – Wie kann Klimakommunikation in Zeiten von Desinformation wirksam bleiben? Welche Rolle spielt Resilienz für Wirtschaft und Gesellschaft im Transformationsprozess? Diese Fragen standen im Zentrum der Jahresveranstaltung des Europäischen Klimapakt Deutschland, die am 17. April 2026 im Europäischen Haus in Berlin stattfand.
Isabel Arens, Landeskoordinatorin für den Europäischen Klimapakt, begrüßte Partnerorganisationen, sowie Botschafterinnen und Botschafter aus dem Allgäu bis nach Berlin. Der Zuspruch neuer engagierter Botschafter*innen zeigt, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich für den Klimaschutz einzusetzen und konkrete Klimaschutzaktionen in die Gesellschaft zu tragen.
Dekarbonisierung der Industrie als Chance für Europas Wettbewerbsfähigkeit
In der Podiumsdiskussion zum „Clean Industrial Deal, Energy Affordability Plan, and Cascading Effects“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Zukunftsfähigkeit der klimaneutralen Industrie, Bezahlbarkeit erneuerbarer Energien, globaler Lieferkettenengpässe und beschleunigender globaler Effekte. Dabei waren auf dem hochkarätig besetzten Podium folgende Fachexpertinnen und Fachexperten vertreten:
-Natacha Faullimmel, Europäische Kommission Vertretung Deutschland Single Market Officer DG GROW
-Yvonne Zwick, Geschäftsführerin vom Partner BAUM e.V.
-Dr. Christopher Reyer, wissenschaftlicher Teamleiter am Potsdam Institut für Klimafolgenanpassung (PIK)
-Moderiert wurde die Expertenrunde von Nicholas Nuttall vom Europäischen Klimapaktpartner We Don’t Have Time.
Die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion (in englischer Sprache) finden Sie hier:
Panel European Climate Pact Germany Broadcast auf We don’t have time (https://www.wedonthavetime.org/events/euclimatepactgermany-annualevent)
Bezahlbare Energie und Clean Industrial Deal
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Rolle bezahlbarer erneuerbarer Energien als Fundament einer erfolgreichen industriellen Transformation. Sie gelten als Schlüsselfaktor, um Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten und gleichzeitig die Dekarbonisierung konsequent voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund wurde der Clean Industrial Deal als strategischer Hebel diskutiert, der bessere Rahmenbedingungen für klimafreundliche Investitionen schaffen und die Energiekosten für Industrie und Haushalte senken soll.
Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie in einer klimaneutralen Wirtschaft neue, zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen können. Die Debatte machte deutlich, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Stabilität keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig verstärken: Die Dekarbonisierung eröffnet neue Innovationsfelder und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, saubere Industrie und klimafreundliche Technologien (Green Tech).
Klimakommunikation und Zivilgesellschaft
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Klimadesinformation und der Stärkung wissenschaftsbasierter Kommunikation. In einer Trainingseinheit zum Thema Mikroplastik wurde gezeigt, wie sich komplexe Forschungsergebnisse verständlich aufbereiten und in der breiten Bevölkerung verankern lassen. Deutlich wurde dabei, wie wichtig transparente, vertrauenswürdige Kommunikation für die Glaubwürdigkeit von Botschafterinnen und Botschaftern in Medien und Öffentlichkeit ist – und damit für die gesellschaftliche Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen.
Darüber hinaus standen geplante zivilgesellschaftliche Aktivitäten des Europäischen Klimapakts im Mittelpunkt. Botschafterinnen, Botschafter und engagierte Initiativen stellten Projekte vor, die Klimaschutz, Anpassung und gesellschaftliche Resilienz konkret vor Ort voranbringen und neue Formen der Zusammenarbeit erproben. Die Veranstaltung bot vielfältige Möglichkeiten zur Vernetzung zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und stärkte so das gemeinsame Verständnis für eine ambitionierte Klimaagenda.
Climate Star 2025/2026 „Food Forest of the Future Potsdam“
Die Zivilgesellschaft hat in Potsdam 700 früchtetragende Bäume für die Zukunft gepflanzt. Gemeinsam mit dem Europäischen Klimapakt Deutschland und Polyhedra gUG, sowie Experten und Expertinnen für Urbane Gärten, wurde eine Saat für eine resiliente und klimaangepasste Zukunft gesät. Angeleitet wurde das Projekt von Dr. Rodrigo Perez. Abgestimmt wurde mit allen Mitgliedern im Netzwerk von Europäischen Klimapakt bei der Jahresveranstaltung.
Ausblick 2026/2027: Klimaschutz gemeinsam voranbringen
Die Jahresveranstaltung markiert zugleich den Auftakt für eine Reihe weiterer Aktivitäten des Europäischen Klimapakts in Deutschland in den Jahren 2026 und 2027. Ziel ist es, Menschen über Sektoren und Regionen hinweg zu vernetzen, bestehendes Engagement sichtbar zu machen und wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen vor Ort gezielt zu unterstützen. Geplant sind unter anderem Beteiligungsformate, Mitmachkampagnen und Gelegenheiten zum Austausch, die lokale Initiativen stärken und ihnen eine europäische Bühne geben.
Für die kommenden Jahre plant der der Europäische Klimapakt in Deutschland ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit über zehn Formaten bundesweit. Dazu zählen unter anderem Aktivitäten rund um den European Day, der World Cleanup Day sowie die Munich Climate Week. Ziel ist es, noch mehr Menschen für den Klimaschutz zu gewinnen, lokale Initiativen zu stärken und den Austausch zwischen engagierten Akteurinnen und Akteuren weiter auszubauen.
Damit bleibt die grundlegende Stoßrichtung unverändert: Klimaschutz soll greifbar, alltagsnah und gemeinschaftlich gestaltbar werden. Indem politische Rahmen, wirtschaftliche Innovationen und zivilgesellschaftliches Engagement zusammengeführt werden, entsteht ein Klima von Zuversicht, in dem Transformation nicht als Zumutung, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe verstanden wird. Das Ziel bleibt klar: Klimaschutz greifbar machen und gemeinsam vorantreiben.
Über den Europäischen Klimapakt
European Climate Pact Website https://climate-pact.europa.eu/
Der Europäische Klimapakt ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die zivilgesellschaftliches Engagement im Klimaschutz fördert. Ziel ist es bis 2030 die Emissionen der Europäischen Union um 55 Prozent zu senken und bis 2050 klimaneutral zu werden. Dafür braucht es die europäische Zivilgesellschaft.
Der Europäische Klimapakt schafft einen lebendigen Raum für den Dialog mit der Zivilgesellschaft und ermöglicht die Vernetzung für den Klimaschutz und gemeinsame Klimaanpassung regional, national und europaweit.
Das Herz des Klimapakts sind die Klimapakt Botschafterinnen und Botschafter. Sie sind herausragende Persönlichkeiten der Klimaschutzszene, die sich entweder über ihre Arbeit oder ihr ehrenamtliches Engagement auf vielfältige Weise für das Klima einsetzen und Lösungen erarbeiten. Ihre Aufgabe ist es auch, auf Menschen zuzugehen, mit ihnen über den Klimawandel, die Europäischen Klimaziele, den EU Green Deal und Chancen der klimaneutralen Transformation zu sprechen. Nicht zuletzt tragen sie mit ihrem Engagement zur Steigerung der Bekanntheit des Klimapakts bei.
Derzeit gibt es in Deutschland 100 Botschafter und Botschafterinnen.
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