GCCCF will künftige Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung gemeinsam meistern

Care 2025: Innovate, Orchestrate, and Elevate

GCCCF will künftige Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung gemeinsam meistern

Hochkarätige Fachbesucher informierten sich auf dem Global Clinical + Care Coordination Forum

Das Global Clinical + Care Coordination Forum (GCCCF) steht für eine holistische Herangehensweise an die notwendige Transformation der Gesundheitsversorgung. Im November hatte das GCCCF mehr als 100 Gesundheitsexperten aus aller Welt ins Hamburger Hotel Fontenay eingeladen. Dem Kongress vorangegangen waren seit 2017 sechs Roundtables in Moskau, London, Warschau, Bukarest, Belgrad und Hamburg; diese widmeten sich innovativen Themen rund um die künftigen Herausforderungen in allen gesundheitlichen Disziplinen.

Das GCCCF stellte die Vorträge unter das Kongressthema: „Care 2025 – Innovate, Orchestrate and Elevate“. Ljubisav Matejevic, Präsident des GCCCF, erklärte in Hamburg, die Koordination und Integration der Versorgung seien der Schlüsselfaktor für den Fortschritt. Er schließe sämtliche Stakeholder und auch die Industrie mit ihren Geräten, Software und sonstigen Lösungen ein. Bei allen Diskussionen müsse klar sein, dass dem Pflegepersonal – und auch den ehrenamtlich tätigen Familienmitgliedern – großer Respekt gebühre, sie seien die Helden des Alltags, sowohl in Kliniken als auch im häuslichen Umfeld. Deshalb müssen auch sie mit einbezogen werden. Die Digitalisierung funktioniere nur durch Berücksichtigung des Faktors Mensch.

Dr. Cristian Grasu, Staatssekretär im rumänischen Gesundheitsministerium, versicherte, Interoperabilität sei eine wichtige Grundvoraussetzung für alle Aktivitäten, insbesondere hinsichtlich der Semantik. Er hob die hervorragende Organisation des Forums hervor und die vielen Best-Practice Beispiele wie das Thema Schlaganfall unter dem Präventionsaspekt, die Vorträge rund um das Krankenhaus der Zukunft etc. Seiner Meinung nach sind dies effiziente Wege, um die Gesundheit weltweit und mit Hilfe der Digitalisierung zu verbessern.

Unabwendbar: Künstliche Intelligenz bringt Veränderungen

So stellte Dr. Fried-Michael Dahlweid, Inselgruppe Schweiz, klar: Künstliche Intelligenz ist kein Hype. Sie macht Ärzte auch nicht überflüssig, verändert aber ihre Rolle. Viele Studien und Beispiele in Dermatologie, Pathologie oder Radiologie zeigen eine höhere Genauigkeit, wenn man die Ergebnisse der Algorithmen mit den Gedächtnisleistungen des Menschen vergleicht. Deshalb ist nach klinischer Validierung der Einsatz in Routine und Ausbildung hervorragend geeignet. Durch „Deep Learning“ lässt sich Ausbildung schneller und kostengünstiger absolvieren, gerade auch in Bereichen wie der Intensivmedizin und Kardiologie, wo qualifiziertes Personal Mangelware ist.

Dr. Eric Liederman, Direktor der Medizininformatik bei Kaiser Permanente, referierte über Regeln und Gesetze im Gesundheitswesen mit Schwerpunkt auf Datenschutz. Er zeigte grundlegende Unterschiede zwischen (1) HIPAA und (2) DSGVO auf. So gibt es beispielsweise in HIPAA kein Recht auf Vergessen – dagegen besteht ein Recht darauf in der DSGVO … Wie soll man sich verhalten, wenn man in der Praxis unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden will?

„Ist Digitalisierung eine Lösung?“ fragte Holger Cordes. Laut dem Geschäftsführer der Ascom bieten nur patientenzentrierte Workflows echten Mehrwert, die die Informationen sämtlicher erhobener Daten (nicht nur aus Gesundheit!) zur Verfügung stellen, wann und wo sie gebraucht werden. Deshalb liegt das nächste Level der Effizienz in einem gut entwickelten und nachhaltigen Workflow-Management.

Schlaganfallvorsorge mit Wearables

Jeder vierte Mensch wird im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall erleiden. Die Schlaganfallvorsorge war Thema eines Vortrages sowie eines Workshops.
Prof. Dr. Marcus Dörr, Universitätsmedizin Greifswald, erklärte die bisher übliche Früherkennung und ein mögliches Screening. Schwierigkeiten bestehen beispielsweise dadurch, dass Vorhofflimmern (Atrial Fibrillation, AF) in drei Typen auftritt und nicht immer gut zu erkennen ist.

Ein aussagekräftiges Screening muss über viele Tage stattfinden, weil die Geräte dann mehr Anomalien erkennen. Weil die bisherigen Screeningmassnahmen sehr kostenaufwendig sind, gibt es heute das „Pulse Photoplethysmography“ (PPG)-Verfahren mit Smartphone-Kameras oder Smartwatches. Der Nutzen ist laut Studien der Uni Greifswald und Uni Basel belegt. Dies bestätigte auch Dr. Thomas Hübner, CEO Preventicus Heartbeat GmbH. Neue Technologien auf Wearables seien heute sehr gut und kostengünstig zu erwerben. Fast jeder habe ein Smartphone mit Kamera zu Hause, das ein permanentes oder wöchentliches Screening ermögliche.

Best Practice-Beispiele aus Dänemark und Litauen

Wie Litauen versucht, sinnvolle Wertschöpfungsketten in der Gesundheit durch gesundheitsrelevante Daten zu erzielen, stellte Justina Januseviciene, Universität Litauen, vor. Das Land habe ein nationales eHealth-System über sieben Schritte entwickelt. Dabei spielten die Gesetzgebung, die Festsetzung von relevanten Daten und wichtigen Komponenten verfügbarer Gesundheitsinformationen, eine EPA-basierte Informationsarchitektur, Standards wie HL7, FHIR, DICOM und ISO, sowie Terminologien eine wichtige Rolle. Innerhalb einiger Jahre sei das System entwickelt worden.

Nadja Kronenberger, Healthcare Dänemark, stellte das „Future-Hospital“-Konzept des nordischen Nachbarn vor – in einem dezentralen Gesundheitssystem. Die wenigen „Super Hospitals“ sorgen laut nationalem Programm für schnellere Diagnosen und bieten eine hohe Qualität. Sie sind staatlich finanziert und daher von jedem Bürger nutzbar. Die niedrige Anzahl der Kliniken mit weniger Betten zeigt statistisch die beste Rate in Europa im Verhältnis“ Pflegende pro Bett“. Denn nicht die reine Anzahl der Betten, sondern die Zahl der Ärzte und Pflegenden sei relevant.

Dänemarks Kliniken ermöglichen zudem deutlich mehr Ambulanzleistungen, die an die „Super Hospitals“ angegliedert sind. Dabei werden diese übrigens alle nur noch mit Ein-Bett-Zimmern ausgestattet. Dies dient der schnelleren Genesung und dem persönlichen Komfort – und bewirkt niedrigere Infektionsraten.

Die Überbrückung herkömmlicher Informationslücken ermöglicht die Optimierung klinischer Arbeitsabläufe, indem umsetzbare Erkenntnisse geschaffen und fundierte klinische Entscheidungen ermöglicht werden, erläuterte Francis Schmeer. Die integrierte Ascom Healthcare-Plattform soll dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen – durch mehrere modulare Lösungen, eine unübertroffene Tiefe an Hardware und Software sowie durch die Interoperabilität mit vorhandenen Krankenhausinformationssystemen und -geräten. So werden die Anforderungen in der klinischen Versorgung durch Flexibilität, Skalierbarkeit und Anpassbarkeit erfüllt.

Abschließend versicherte Matthew R. Watson (Neoqua), die wichtigen globalen Investitionstrends der künftigen Gesundheitsversorgung seien Telemedizin, Robotik, KI, Biotechnologie und Versorgungs-Infrastrukturen. Eine Plattform zur Diskussion dieser Technologietrends – auf Basis neu konzipierter Workflows und Kommunikationsstrukturen – bot der gut besuchte Kongress.

Die Teilnehmer waren beeindruckt vom enormen Potenzial zur Verbesserung der Versorgung durch eine bessere Koordination und Zusammenarbeit mit der IT als „Enabler“. Matejevic motivierte die beteiligten Interessengruppen dazu, „dies in den kommenden Roundtables und der Konferenz 2019 des GCCCF auf internationaler Ebene weiter voranzutreiben!“

(1) HIPAA = Health Insurance Portability and Accountability Act
(2) GDPR = General Data Protection Regulation

Weitere Informationen unter www.gcccf.net

Das Global Clinical + Care Coordination Forum (GCCCF) bietet eine ganzheitliche Sicht auf die notwendige Transformation der Versorgung.

Der demografische Wandel und steigende Patientenerwartungen in Verbindung mit begrenzten Budgets für das Gesundheits- und Sozialwesen erfordern innovative Lösungen. Angesichts der enormen Herausforderungen, vor denen wir bezüglich des Care Continuum weltweit stehen, liegt es auf der Hand, dass nachhaltige Lösungen nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entwickelt werden können.

Mit dem GCCCF wurde eine Plattform geschaffen, auf der Entscheidungsträger, Multiplikatoren und vor allem Leistungserbringer Erfahrungen, Ansichten und Visionen austauschen und Ansätze diskutieren, die die Qualität der Behandlung verbessern und die Patientensicherheit und -zufriedenheit dauerhaft gewährleisten.

Kontakt
GCCCF
Sabine Schuetzmann
Lilienstr. 11
20095 Hamburg
+49 40 / 209 321 058
[email protected]
http://www.gcccf.net

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