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Hier haben Verpackungen Hausverbot

ARAG Experten über das Konzept von Unverpackt- und Zero-Waste-Läden

Knapp 230 Kilogramm Verpackungsmüll hat jeder Deutsche laut Bundesumweltamt im Jahr 2018 produziert. Das ist ein Kilo mehr als im Jahr davor. Und wie sich die Corona-Pandemie auf den Verbrauch von Verpackungen auswirkt, ist noch nicht abzusehen. Aber es gibt auch Gegenströmungen: Keinen Müll mehr produzieren, weniger Mikroplastik, klimaneutraler Konsum – alles Kriterien der aktuell nachhaltigen Bewegung. An diese hat sich auch der Markt angepasst. Wer dem Verpackungswahnsinn entfliehen möchte oder Alternativen bezüglich Inhaltsstoffen und Einkaufserlebnis sucht, sollte es mal mit einem „Zero-Waste-Laden“ versuchen. Die ARAG-Experten geben einen Einblick.

Das Konzept
Zero Waste steht für null Verpackung oder null Verschwendung. Dabei handelt es sich nicht um einen verrückten Öko-Trend, sondern um eine Philosophie. Die Basis bilden die fünf Rs: Refuse (Verzichten auf das, was man nicht benötigt), Reduce (Reduzieren auf das, was man wirklich konsumiert), Reuse (Wiederverwenden statt Wegwerfen), Recycle (Wiederverwerten von möglichst vielen Dingen) und Rot (Kompostieren von Abfällen).

„Unverpackt“, „Bio.Lose“ oder „Ohne Gedöns“ – die Namen der Läden deuten das Konzept schon an. Ihre Mission ist es, biologische und regionale Produkte ohne Verpackung zu verkaufen. In einigen Läden kann man sogar Mittag essen oder Kaffee trinken.

Was bekommt man?
Eine skeptische Voreinstellung ist hier nicht verwunderlich. Kann ein Großeinkauf in einem Laden erledigt werden, der keine Verpackungen hat? Schränkt dies nicht auch das Angebot ein?
In Zero Waste-Läden werden alle gängigen Nahrungsmittel angeboten. Das kann von Nudeln, Reis, Kartoffeln, Mehl, Zucker, Kaffee über Milchprodukte, Öl oder Süßigkeiten bis zu Nüssen reichen. Darüber hinaus gibt es auch Hygieneartikel wie zum Beispiel Zahnbürsten, Rasierer und Shampoo. Zudem lassen sich weitere Dinge wie Brotdosen, Trinkflaschen, Waschmittel oder andere Haushaltsartikel finden. Je nach Größe des Ladens gibt es auch Fleisch- und Käsetheken sowie einen Bäcker. Vermisst werden sollte hier generell nichts. Durch die Regionalität und Bioqualität ist die Auswahl der Produkte allerdings etwas eingeschränkt.

Alle Produkte werden aus den Spendern direkt in das private Gefäß gefüllt. Für frisches Obst und Gemüse sowie weitere unverpackte Produkte gilt, wie auch in üblichen Supermärkten, alle Einkäufe gründlich abzuwaschen.

Was bekommt man nicht?
Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nur in Verpackungen verkauft werden, die bestimmte Sicherheitsmerkmale aufweisen. So soll Fälschungen vorgebeugt werden. Ein unverpackter Verkauf ist daher nicht möglich. Auch andere Medikamente werden nicht unverpackt verkauft. Das hat zum einen hygienische Gründe und zum anderen bieten die Pharmakonzerne keine Alternativen an. Auch bei Tiefkühlprodukten, wie etwa gefrorenem Gemüse, Eis oder Tiefkühlpizza gibt es noch kein Konzept für einen verpackunslosen Einkauf.

Wie läuft es ab?
Was sich hier vom gewohnten Einkauf unterscheidet, sind natürlich die fehlenden Verpackungen. Die müssen hier selber mitgebracht werden. Deswegen lautet der Tipp der ARAG Experten: Vorbereitung. Neben dem Schreiben einer Einkaufsliste muss jetzt auch überlegt werden, welche Behälter für welche Produkte mitgenommen werden sollten. Das können Gläser, Brotdosen oder Beutel sein. Diese Behältnisse werden im Laden gewogen. Das Gewicht wird notiert und später vom Gesamtgewicht des Lebensmittels inklusive Behälter abgezogen. Danach kann die Menge des Produkts frei gewählt werden. Wer einen Behälter vergessen hat oder spontan weitere Produkte kaufen möchte, bekommt praktische Hilfe vor Ort. Denn in vielen Läden gibt es eine Art Spendenbox, in der Gläser und weitere Behälter abgegeben werden können. Hier dürfen sich Kunden bedienen.

Unverpacktes Online-Shopping?
In der Regel sind Online-Bestellungen eher doppelt und dreifach verpackt, damit sie heil beim Empfänger ankommen. Tatsächlich kann man aber auch in Zero-Waste-Läden virtuell einkaufen – natürlich im biologisch abbaubaren Karton.

Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/sonstige/

Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft bietet sie ihren Kunden in Deutschland auch eigene einzigartige, bedarfsorientierte Produkte und Services in den Bereichen Komposit und Gesundheit. Aktiv in insgesamt 19 Ländern – inklusive den USA, Kanada und Australien – nimmt die ARAG zudem über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Mit mehr als 4.300 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von rund 1,8 Milliarden EUR.

ARAG SE ARAG Platz 1 40472 Düsseldorf Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dr. h. c. Paul-Otto Faßbender
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