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Kindergartenpflicht ab dem 4. Lebensjahr

Staatssekretär Kurz und Familienministerin Karmasin haben wieder einmal ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr gefordert

Kindergartenpflicht ab dem 4. Lebensjahr

(NL/9600756754) Wie schon im Regierungsprogramm festgehalten für jene Kinder, bei denen ein bestimmter zusätzlicher Förderbedarf (vor allem im Bereich der Sprache) festgestellt wird.

Das ist grundsätzlich zu begrüßen, denn es ist für alle Kinder wünschenswert, dass sie beim Schuleintritt über die deutsche Sprache so weit verfügen, dass schulisches Lernen ungehindert beginnen kann. In Österreich gibt es daher seit einigen Jahren Bemühungen, jene Mädchen und Buben, die einer speziellen Förderung bedürfen, möglichst früh, also schon im Kindergartenalter, zu identifizieren und entsprechend zu fördern. Aus unserer Sicht wurde damit der richtige Weg eingeschlagen. Sprachförderung muss in den Alltag der Kinder integriert werden und der Kindergarten ist der richtige Ort dazu.

Aber unsere PolitikerInnen wollen es immer noch nicht wahrhaben: Gezielte Sprachförderung im Kindergarten scheitert an den fehlenden Rahmenbedingungen

Würden unsere Damen und Herren PolitikerInnen den seit 2010 gültigen Bildungsplan für elementare Bildungseinrichtungen lesen, wüssten sie, dass elementare Bildung mehr als Sprachförderung ist. Und würden sie in die Kindergärten gehen, würden sie sehen, dass dieser Bildungsplan unter diesen Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden kann.

In den meisten Kindergärten ist eine Pädagogin für bis zu 25 Kinder in der Gruppe verantwortlich. Unter diesen Bedingungen soll sie Entwicklungsdefizite, Begabungen und Potenziale der Mädchen und Buben erkennen und die entsprechenden pädagogischen Maßnahmen setzten. Sprachförderung ist dabei lediglich ein Aspekt.

In den letzten Jahren werden dem Kindergarten viele zusätzliche Aufgaben zugeschoben, ohne die dafür notwendigen Bedingungen zu schaffen.

Der Kindergarten muss endlich eine echte Bildungseinrichtung werden

Der Kindergarten muss wie in den meisten anderen europäischen Ländern- in das Bildungsministerium eingegliedert werden.

Wäre der Kindergarten gleichwertige Bildungseinrichtung in unserem Bildungssystem, könnte die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten- und VolksschulpädagogInnen gut funktionieren und damit so manchem Kind den Übertritt in die Schule erleichtern.
Wäre der Kindergarten – wie die Schule – beitragsfrei und gäbe es genügend Plätze für alle Kinder ab dem 1. Lebensjahr müsste keine Verpflichtung ausgesprochen werden.
Gäbe es lauter qualitativ hochwertigen Kindergartenplätze und bestens ausgebildete PädagogInnen, könnte der Kindergarten einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit in unserem Land beitragen.

Die KindergartenpädagogInnen werden nicht mehr mitspielen

Die Plattform EduCare weist seit Jahren darauf hin, dass die Rahmenbedingungen für elementare Bildungseinrichtungen bundesweit zu vereinheitlichen und quantitativ und qualitativ zu verbessern sind.

KindergartenpädagogInnen sind sich mittlerweile ihrer Verantwortung bewusst und erkennen, dass sie damit von der Politik im Regen stehen gelassen werden. Sie spielen nicht mehr mit. BerufsanfängerInnen sind rar und die Krankenstände bei den engagierten PädagogInnen häufen sich. Der Berufsverband der KindergartenpädagogInnen weist seit Jahren darauf hin.

Wir von der Plattform EduCare sind gespannt, ob in dieser Regierungsperiode die Expertisen der Fachleute ernst genommen werden und die Rahmenbedingungen geändert werden oder ob die PolitikerInnen davon ausgehen, dass die braven Kindergartentanten weiterhin alles umsetzten, was ihnen aufgetragen wird.

Diese Pressemitteilung wurde im Auftrag übermittelt. Für den Inhalt ist allein das berichtende Unternehmen verantwortlich.

Kontakt:
–
Heidemarie Lex-Nalis
Krausegasse 7a/10
1110 Wien
43 (664) 4634580
heide.lex-nalis@plattform-educare.org
http://www.Plattform-EduCare.org

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