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Mit den grünen Pionieren in die Grüne Hölle

Über ein Jahrzehnt mit Rapskraftstoff beim ADAC 24h-Rennen

Mit den grünen Pionieren in die Grüne Hölle

Smudo, Frontmann der Band Die Fantastischen Vier und der ehemalige DTM-Fahrer Thomas von Löwis of Menar

Sie sind die Pioniere des grünen Rennsports in Deutschland. Smudo, Frontmann der Band Die Fantastischen Vier und der ehemalige DTM-Fahrer Thomas von Löwis of Menar haben vor mittlerweile 12 Jahren ihr erstes gemeinsames 24h-Rennen mit Raps-Biodiesel im Tank bestritten. Und seit damals ist es das Ziel der beiden Öko-Racer, mit ihrem Four Motors-Rennteam Motorsport auf möglichst nachhaltige Weise zu betreiben. Mit dem vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung, dem sogenannten Bioconcept-Car III auf Basis eines VW Scirocco, startet das Team am 21. Juni vor über 200.000 Besuchern beim diesjährigen ADAC 24h-Rennen auf der traditionellen Nürburgring-Nordschleife.

Auch nach über einem Jahrzehnt sind die beiden Bio-Protagonisten noch immer hoch motiviert, auch das letzte fossile Relikt aus ihrem Rennwagen zu verbannen und durch pflanzliche Werk- und Kraftstoffe zu ersetzen. Wo das technisch (noch) nicht möglich ist, verwenden sie recycelte Produkte wie beispielsweise beim Motor- und Getriebeöl. Dieses Engagement hat zuletzt auch die deutsche Politik aufhorchen lassen. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt luden das Team zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt auf der Rennstrecke zur wichtigsten Bioökonomie-Konferenz des Jahres nach Berlin ein. Dort präsentierte Smudo den beiden Ministern und hunderten Experten das Bioconcept-Car, das die Idee der Bioökonomie, also den Ersatz fossiler, endlicher Ressourcen durch nachwachsende Rohstoffe, praktisch in Reinform umsetzt.

Neben dem Einsatz von Bioverbundwerkstoffen und Biopolymeren für viele der am und im Fahrzeug verbauten Bauteile zeichnet sich das Projekt insbesondere durch sein Antriebskonzept aus, das zu 100 Prozent auf nachhaltig produzierten Rapskraftstoff setzt. Der wurde mit Unterstützung des Verbands UFOP (Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V.) speziell für dieses Projekt entwickelt.

Der Rapskraftstoff mit dem Namen „Rmax“ besteht zu gleichen Teilen aus hydriertem Pflanzenöl (HVO) und Biodiesel, wie er auch normalem Dieselkraftstoff der DIN EN 590 mit bis zu 7 Prozent beigemischt wird. Das Besondere an dem im Bioconcept-Car eingesetzten Biokraftstoff ist laut Teamchef Tom von Löwis of Menar seine weitestgehende DIN-Konformität. „Unser Rmax-Biokraftstoff übertrifft praktisch alle Parameter der derzeit gültigen Dieselnorm DIN EN 590. Nur die im normalen Diesel noch vorgeschriebene Grenze von maximal 7 Prozent Biodieselanteil haben wir bewusst überschritten, um zu demonstrieren, wie groß das technische Potenzial eines solchen Rapskraftstoffes ist“, so von Löwis of Menar.

Die Entwicklung des Kraftstoffes erfolgte in den vergangenen beiden Jahren. Dazu wurden Mischungen mit unterschiedlichen Anteilen an RME, HVO und fossilem Dieselkraftstoff hergestellt. Diese sogenannten Blends wurden gemäß den Qualitätsparametern der europäischen Dieselkraftstoffnorm EN 590 analysiert. Dabei zeigte sich, dass ein Blend bestehend aus je 50 Prozent RME und HVO die Vorgaben der EN 590 bis auf die Dichte einhält, dieses Gemisch aber zugleich aromaten- und weitgehend schwefelfrei ist und eine hohe Zündfähigkeit besitzt. Die nachfolgenden Prüfstandsuntersuchungen bestätigten das angestrebte Ziel auch am Hochleistungsmotor des Four Motors Teams, einem 2-Liter-Dieselaggregat von Volkswagen. Im Rahmen der Prüfstandsversuche durchlief der Motor mit Rmax auch eine komplette 24-stündige Rennsimulation mit dem Fahrprofil der über 20 km langen Nordschleife des Nürburgrings. Nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die niedrigen Emissionswerte wurden hierbei bestätigt. Auf Basis dieses Prüfstandsversuchs wurde das Motormanagement auf den neuen Kraftstoffmix „Rmax“ angepasst.

Neben der technischen Leistungsfähigkeit der Bio-Komponenten muss für Smudo und Thomas von Löwis of Menar auch die Herkunft der eingesetzten Rohstoffe über jeden Zweifel erhaben sein. „Das bei der Herstellung des Kraftstoffs eingesetzte Rapsöl verfügt selbstverständlich über die erforderlichen Nachhaltigkeitszertifikate. Ansonsten käme der Einsatz für uns nicht in Frage.“, so der Four Motors-Teamchef.

Die technischen Details des Projekts und die Ergebnisse der Prüfstandsversuche wurden in einem Abschlussbericht veröffentlicht, der unter http://www.ufop.de (Biodiesel & Co.) kostenfrei verfügbar ist.

Bildrechte: Bernd Roselieb Bildquelle:Bernd Roselieb

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) vertritt die politischen Interessen der an der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Öl- und Eiweißpflanzen beteiligten Unternehmen, Verbände und Institutionen in nationalen und internationalen Gremien. Die UFOP fördert Untersuchungen zur Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion und zur Entwicklung neuer Verwertungsmöglichkeiten in den Bereichen Food, Non-Food und Feed. Die Öffentlichkeitsarbeit der UFOP dient der Förderung des Absatzes der Endprodukte heimischer Öl- und Eiweißpflanzen.

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