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Motivierende Lifestyle-Debatte erforderlich

Entmündigende Ernährungspolitik ist kontraproduktiv

Motivierende Lifestyle-Debatte erforderlich

Foto: Fotolia / Sergey Ryzhov (No. 6017)

sup.- Jahrzehntelang wurde ein Feindbild aufgebaut, von dem die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Wohlstandsländern inzwischen überzeugt ist: Wer zu viel verarbeitete Produkte der Lebensmittelindustrie isst, wird dick und krank. Also, so die Forderung von Nichtregierungsorganisationen, allen voran Foodwatch sowie von Verbänden wie z. B. der Deutschen Adipositas Gesellschaft, müssen die Politiker regulierend eingreifen und über Strafsteuern die Lebensmittelindustrie und in der Folge die Verbraucher zwingen, zu fett-, zucker- und salzreduzierten Nahrungsmitteln zu greifen. Dann wird angeblich alles gut. Geschmack und Genuss bleiben dabei weitgehend auf der Strecke. Aber unsere Ernährung soll uns auch nicht mehr schmecken. Sie soll in erster Linie unter vermeintlichen Gesundheitsaspekten gegessen werden oder mit schlechtem Gewissen erfolgen. Diese Einstellung zur täglichen Ernährung ist jedoch keineswegs gesund. Vielmehr begünstigt sie Essstörungen, Mangelerscheinungen und schadet zudem unserem seelischen Gleichgewicht, für das Genuss-Erlebnisse ganz wesentlich sind.

„Statt entmündigender Ernährungspolitik brauchen wir eine motivierende Lifestyle-Diskussion“, fordert der Gesellschaftskritiker Detlef Brendel in seinem neuen Buch „Schluss mit Essverboten / Warum Sie sich Ihre Ernährung nicht länger von Pharmalobby & Co diktieren lassen sollten“ (Plassen-Verlag). Brendel entlarvt mit eindrucksvollen Fakten die wahren Motive, die hinter der angeblichen Kausalkette, dass die Produkte der Lebensmittelindustrie Übergewicht und Krankheiten verursachen, stehen. „Es drängt sich der begründete Verdacht auf, dass die Pharmaindustrie mit Hilfe von entsprechend finanzierten Wissenschaftlern einen Milliardenmarkt für neue Medikamente entwickelt hat, bei dem sogar die WHO mit ihren Empfehlungen instrumentalisiert wurde“, stellt Brendel fest. Die Menschen sind nicht gefährdet, weil sie aus einem vielfältigen und transparenten Angebot an Lebensmitteln auswählen können, sondern weil chronischer Bewegungsmangel, Schlafstörungen und Stress rapide zugenommen haben. Die Digitalisierung des Berufsalltags wie auch der Freizeit hat zu einer weitgehend bewegungsarmen Gesellschaft geführt. Deshalb mahnt Brendel eine Lifestyle-Diskussion an. Die Fokussierung auf einzelne Nahrungsmittel-Bestandteile oder die Forderung von Lebensmittel-Ampeln oder Strafsteuern versperrt die Sicht auf das eigentliche Problem. Die persönliche Balance zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch muss Grundlage einer gesunden Lebensführung werden.

Für all diejenigen, die sich ihre Mahlzeiten wieder mit Freude und Genuss schmecken lassen möchten, ist Brendels Buch äußerst empfehlenswert. Für Politiker, NGOs sowie Medienvertreter sollte es Pflichtlektüre sein, weil es die Augen für brisante Zusammenhänge öffnet, die bislang nicht bekannt waren.

Supress
Redaktion Andreas Uebbing

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