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Nachhaltigkeit im Fokus

Das Projekt „Sustain Hub“ auf den „IDEA / FBDi Trendtagen 2013“

Nachhaltigkeit im Fokus

IDEA/FBDi Trendtagen 2013: Transparentes Materialreporting dank „Sustain Hub“-Projekt.

Neufahrn, 10. September 2013 – „No data, no market!“ So einfach ist die Theorie hinter dem gesetzlich vorgeschriebenen Materialreporting nach REACh, RoHS oder ELV. In der Realität aber ist dieses aufgrund international verzweigter Zulieferketten in der Elektronik- und Automobilindustrie schwer durchschaubar. Mehr Transparenz verspricht das internationale, von der EU geförderte Forschungsprojekt „Sustain Hub“. Details dazu erklärt Markus Hornberger, Projektleiter am Fraunhofer Institut IPA, auf den „IDEA / FBDi Trendtagen 2013“ am 28. + 29. November in München ( http://www.fbdi.de/trendtage/ ).

Warum braucht die Industrie ein Austauschsystem für Nachhaltigkeitsdaten? Wissen die Unternehmen denn nicht, was sie verkaufen oder herstellen?
Die Struktur der Lieferkette in der Elektronikindustrie ist sehr komplex und wenig transparent – vor allem auf globaler Ebene. Und der Informationsaustausch zwischen den Unternehmen ist mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Deshalb ist es schwer, verantwortungsbewusste Einkaufsentscheidungen zu treffen, und bei der Wahl eines Lieferanten auf Nachhaltigkeitsaspekte zu achten. Genau das aber verlangt der Gesetzgeber von jedem europäischen Hersteller und Distributor.

An „Sustain Hub“ beteiligen sich 15 Partner aus sieben Ländern – von Distributoren bis hin zu Verbänden und wissenschaftlichen Instituten. Was steckt hinter diesem Programm?
Unser Ziel ist, eine Softwarelösung für die Sammlung und den Austausch von Nachhaltigkeitsdaten zu entwickeln – sowohl entlang der Wertschöpfungskette, als auch zwischen verschiedenen Unternehmen auf gleicher Ebene in der Liefer- bzw. Wertschaffungskette. Das betrifft unter anderem Energie- und Stoffverbrauch oder gesetzliche Verbote gefährlicher Stoffe wie in REACh, RoHS und in der Altautorichtlinie (ELV). „Sustain Hub“ ist als Drehscheibe für die Kommunikation zwischen Systemen wie BOMcheck oder CDX konzipiert und punktet mit hilfreichen Ergänzungstools, die das Arbeiten mit Sustainability-Daten erleichtern.

Das hört sich sehr abstrakt an. Können Sie uns ein Beispiel geben?
Eine Aufgabe ist, spezielle Algorithmen zu entwickeln, die aus verschiedensten Quellen wertvolle Daten sammeln und auswerten. Stoßen sie beispielsweise im Internet auf das Stichwort „krebserregend“ im Zusammenhang mit gewissen Stoffen, können wir frühzeitig absehen, ob mit gesetzlichen Verboten zu rechnen ist. Darüber hinaus können Elektronikhersteller im Sustain-Hub-Datenbanksystem ihre Analysedaten, z. B. Informationen zur RoHS-Konformität bestimmter Bauelemente, hinterlegen und mit anderen Unternehmen austauschen.

Heißt das etwa, ein Unternehmen übernimmt die Kosten für Analyse und Recherche und alle anderen profitieren davon?
Nein. Uns ist es wichtig, dass die Daten unter der Kontrolle des Datenbesitzers bleiben. Er kann sie gezielt an bestimmte Partner weitergeben und damit seinen Kunden einen hohen Zusatzservice anbieten. Und natürlich profitiert er selbst vom Zugang zu anderen Informationen im Netzwerk, kann sein operationelles Risiko minimieren und Kosten für Materialtests reduzieren.

An welche Branchen richtet sich das Programm?
Zielgruppen sind insbesondere die Elektronik- und die Automobilindustrie. Als integriertes System erleichtert die Datenbank des „Sustain Hubs“ vor allem kleinen und mittleren Unternehmen in der Mitte der Zulieferketten die Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen.

Das Projekt „Sustain Hub“ ist eines von vielen top-aktuellen Themen auf den „IDEA / FBDi Trendtagen“. Unter dem Motto „Gesellschaft, Technologie und Wirtschaft – Chance oder Widerspruch?“ diskutieren Branchenkenner und Innovationsexperten über Konsumtrends, Industrie 4.0, Big Data und die Zukunft des europäischen Elektronikmarkts. Namhafte Unternehmen aus der Distribution wie Avnet EM EMEA, Acal BFi Germany, Digi-Key, JIT electronic und Memphis Electronic unterstützen die Veranstaltung. Weitere Information: http://www.fbdi.de/trendtage/

Über den FBDi e. V. (www.fbdi.de ):
Der Fachverband der Bauelemente Distribution e.V. (FBDi e.V.) mit Sitz in Neufahrn bei Freising ist seit 2004 eine etablierte Größe in der deutschen Verbandsgemeinschaft und repräsentiert einen Großteil der in Deutschland vertretenen Distributionsunternehmen elektronischer Komponenten.
Neben der informativen Aufbereitung und Weiterentwicklung von Zahlenmaterial und Statistiken zum deutschen Distributionsmarkt für elektronische Bauelemente bildet das Engagement in Arbeitskreisen und die Stellungnahme zu wichtigen Industriethemen (u.a. Ausbildung, Haftung & Recht, Umweltthemen) eine essenzielle Säule der FBDi Verbandsarbeit. Zu den aktuellen Schlüsselthemen zählen u.a. die marktgerechte Umsetzung von RoHS, WEEE und REACH.

Die Mitgliedsunternehmen (Stand August 2013):
Acal BFi Germany, Arrow Central Europe, Avnet EM EMEA (EBV, Avnet Abacus, Silica, Avnet Memec), Beck Elektronische Bauelemente, CODICO, Conrad Electronic SE, Ecomal Deutschland, Endrich Bauelemente, Farnell, Future Electronics Deutschland, Hy-Line Holding, JIT electronic, Kruse Electronic Components, MB Electronic, Memphis Electronic, MEV Elektronik Service, Mouser Electronics, MSC Gleichmann, RS Components, Rutronik Elektronische Bauelemente, Schukat electronic, Distrelec Schuricht, setron, SHC, TTI Europe.
Fördermitglieder: Bourns, EPCOS, FCI Electronics.

Kontakt
FBDI e. V.
Wolfram Ziehfuss
Sankt Margaretenweg 9
85375 Neufahrn
+49 (0) 8165/670233
w.ziehfuss@fbdi.de
http://www.fbdi.de

Pressekontakt:
Agentur Lorenzoni GmbH, Public Relations
Beate Lorenzoni-Felber
Landshuter Straße 29
85435 Erding
+49 8122 55917-0
beate@lorenzoni.de
http://www.lorenzoni.de

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