Projektreport: Höfe am Brühl, Leipzig

Auf einer Grundfläche von 22.300 m² entstand mit den Höfen am Brühl ein Einkaufszentrum mit über 120 Geschäften und gastronomischen Einrichtungen, verteilt auf drei Geschosse. Zudem sind 820 PKW-Stellplätze im zweiten und dritten Obergeschoss sowie 70 Wohnungen im vierten Obergeschoss integriert.

Projektreport: Höfe am Brühl, Leipzig

Höfe am Brühl, Leipzig

Auf einer Grundfläche von 22.300 m² entstand mit den Höfen am Brühl ein Einkaufszentrum mit über 120 Geschäften und gastronomischen Einrichtungen, verteilt auf drei Geschosse. Zudem sind 820 PKW-Stellplätze im zweiten und dritten Obergeschoss sowie 70 Wohnungen im vierten Obergeschoss integriert.

Das Objekt
Bei der Gestaltung des Objekts wurden das in den 60er Jahren errichtete „Konsument Warenhaus“ mit seiner markanten Blechhülle, sowie die historische Bebauung und deren Geschichte maßgeblich mit einbezogen.

Um diese Vielfalt aufzugreifen, wurde die Gebäudehülle in über 70 einzelne Abschnitte unterschiedlichster Größe und Erscheinungsbilder aufgeteilt. Auf den Glasflächen einiger Fassadenteile wurden die Motive historischer Gebäude abgebildet, u.a. das Geburtshaus Richard Wagners. Auch das Kleid der „Blechbüchse“ fand wieder seinen Platz an altbekannter Stelle. Lindner Fassaden konstruierte, produzierte und montierte insgesamt über 24.000 m² Fassadenfläche.

Leistungsumfang
Fassadenmuster in Originalgröße, links mit Betonsteinlamellen, mittig mit betontem Vertikalcharakter (Bsp. Goldfassade), rechts mit horizontaler Betonung (Bsp. Motivfassade).

Fassadentypen und Anwendungsbereiche
Konstruktion, Produktion und Montage eines eigens für das Objekt konzipierten Fassadensystems und Sonderkonstruktionen bestehend aus:
– ca. 12.000 m2 Elementfassaden in drei verschiedenen Haupttypen zum Teil polygonal als Außen- sowie Innenfassaden; mit Siebdruck, keramischem Digitaldruck,Natursteinfüllungen und Öffnungselementen in SG-Optik
– ca. 3.500 m2 modifizierte Pfosten-Riegel-Fassaden, mit motorischen Öffnungselementen, Lamellenfenstern in SG- und Ganzglasoptik, Naturstein-Zwischenfeldern
– 20.000 Stück Betonsteinlamellen
– ca. 1.000 m2 punktgehaltene Isolierglas-Fassaden mit NRWG- und Nachströmklappen in SG-Optik

Außerdem:
– Vorgehängte Natursteinfassaden mit Klappen und Schaukästen in Stein- und Ganzglasoptik, Blechverkleidung, Außendecken, WDVS, Türen / Türanlagen in unterschiedlichsten Ausführungen (SG-Optik / Ganzglas / Rohrrahmen), Glasvordach im Grundriss gerundet
– 4-flüglige Falttoranlage B x H = 13,5 m x 4,3 m
– Musterbau, Durchführung diverser Tests, Erwirkung mehrerer Zustimmungen im Einzelfall

Goldfassade
Eine Besonderheit ist die unterschiedliche Nutzung der Räume hinter der Fassade (Einkaufen / Parken / Wohnen). Die horizontalen Trennfugen der Fassaden laufen zum Teil nicht mit den Geschossdecken synchron,
und es war eine bauphysikalisch Trennung in „kalte“ und „warme“ Bereiche innerhalb einer Ansichtsfläche vorzunehmen.

Aufgrund der genannten Randbedingungen war die klassische „Steckbauweise“ einer Elementfassade nicht möglich. Deshalb wurde eine spezielle Elementunterkonstruktion entwickelt, um die auftretenden Lasten sicher abzuleiten.

Die Glaselementfassade mit goldenem Druck betont den edlen Charakter der Höfe am Brühl. Dieser Fassadentyp weist eine Betonung der Vertikalen auf, was zusätzlich durch die Anordnung senkrechter Lochblechfugen verstärkt wird.

Eckdaten
– horizontale Glaskante als SG-Verklebung / vertikal mit Glasleiste
– Siebdruck jeweils in innerer und äußerer VSG-Einheit
– max. Elementgröße B x H = 2,50 m x 5,80 m, Maximalgewicht pro Element ca. 900 kg
– Aufnahme sehr hoher Deckendurchbiegungen aus den Parkdecks

Elementfassade – Stein und Steinoptik
Dieser Fassadentyp schafft ein dezent vornehmes Bild und ähnelt konstruktiv der Motivfassade. In den zurückspringenden Feldern sind Natursteinfüllungen eingesetzt. Die Motivbedruckung ist durch ein regelmäßiges Punktraster ersetzt.

In den Innenhöfen wurde an Stelle der Natursteinfüllungen ein in Steinoptik bedrucktes Lochblech mit
schallabsorbierender Hinterlegung verwendet. Dies verringert den Geräuschpegel und trägt zu einem
angenehmen akustischen Klima und damit zum Wohlbefinden der Besucher bei. Akustische Behaglichkeit durch schallschluckende Füllungen.

Eckdaten
– vertikale Glaskante als SG-Verklebung, horizontal mit Glasleiste
– Siebdruck jeweils in innerer und äußerer VSG Einheit
– max. Elementgröße B x H = 2,75 m x 5,60 m, max. 900 kg
– Flächenversatz in der Glasebene mit überlappenden Stufen

Motivfassade
Die Motivfassade macht die Geschichte des Brühls und dessen Bebauung wieder erlebbar. Hierzu wurden Abbildungen ehemaliger Gebäude auf den Glasflächen dieses Fassadentyps aufgedruckt. Im Gegensatz zur vertikal dominierten Fassadenoptik der Goldfassade wird hier die horizontale Linie betont.

Die Glaskanten vor den versetzten Rücksprüngen fluchten vertikal. Daraus resultiert ein Versatz der tragenden Elementrahmen. Dies führt zu einem für Elementfassaden untypischen statischen System, was durch eine Vielzahl geeigneter konstruktiver Maßnahmen gelöst wurde. Darstellung der vertikal fluchtenden Glaskanten mit den versetzt angeordneten tragenden Elementrahmen

Eckdaten
– ca. 20.000 Stück einzelne Lamellen in drei Haupttypen
– Lamellen mit Dämmstoffkern zur Gewichtsreduzierung
– Einzellamellen mit bis zu 50 kg, Länge max. 1,45 m
– teilweise mit offenen Fugen
– Dämmung zur Schallabsorption im Hof, diverse Nebentypen

Große Flächenanteile am Gebäude bestehen aus der Lamellenfassade. Diese bilden faserbewehrte Betonlamellen in unterschiedlichen Geometrien, die mittels Dornbefestigung auf einer speziell entwickelten Alu-Unterkonstruktion als vorgehängte Fassade montiert sind.

Durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Lamellenformen entsteht eine unregelmäßige Struktur,
die an eine Partitur erinnert.

Pfosten-Riegel-Fassade
Pfosten – Riegel – Fassaden kamen in unterschiedlichsten Ausführungen zum Einsatz. Als optische Besonderheit ist jedes Glasfeld durch einen auf Gehrung gearbeiteten Glasleistenrahmen eingefasst. Dies wurde durch die
Entwicklung einer dreiteiligen Press- und Deckleiste mit Doppelverschraubung erreicht.

Eckdaten
– Glasgewichte bis 800 kg
– Pfostenraster 2,50 m – 2,75 m

Punktgehalten
Im Bereich der Verbindungsbrücken sowie der Haupteingänge wurden punktgehaltene Isolierverglasungen
eingesetzt.

Eckdaten
– Pfostenstützweite bis 8,50 m
– Pfostenabstand bis 2,85 m
– Flachstahl – sowie Lasergeschweißte Pfosten
– Isolierglas – Punkthalter mit Teller ø70 mm
– Glasgewichte bis max. 275 kg

Bauherr: mfi Management für Immobilien AG
Architekt: Grüntuch – Ernst Planungsgesellschaft mbH
Fertigstellungstermin: Oktober 2012
Bildrechte: Lindner Group

www.Lindner-Group.com

Lindner – Bauen mit neuen Lösungen.

Die Lindner Group ist Europas führender Spezialist für Innenausbau, Fassadenbau und Isoliertechnik.

Gegründet 1965 im niederbayerischen Arnstorf, erbringen wir über ein internationales Netzwerk mit einer heute einzigartigen Leistungskette „Konzepte-Produkte-Service“ komplette, maßgeschneiderte Baulösungen für unsere Kunden.

Als verantwortungsbewusstes, innovatives Familienunternehmen legen wir besonderen Wert auf eine nachhaltige Entwicklung und setzen in der Produktion und auf den Baustellen weltweit auf zukunftsorientiertes Energiemanagement und angewandten Umweltschutz.

Kontakt:
Lindner Group
Ingo Bofinger
Bahnhofstr. 29
94424 Arnstorf
49 (0)8723/20-27 58
Ingo.Bofinger@Lindner-Group.com
http://www.Lindner-Group.com

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