Roland Berger-Studie: Förderbanken müssen ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln und partnerschaftlich mit Geschäftsbanken agieren

Fördermittel von Bund und Ländern sowie vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sind rückläufig Der Markt für den sozialen Wohnungsbau ist zwischen 2002 und 2010 fast um die Hälfte zurückgegangen Neue Investitionsfelder entstehen: Die Energiewende erfordert Investitionen von 200 Milliarden Euro in den kommenden acht Jahren Erfahrungen aus der Finanzkrise führen zum Überdenken der Ertragsmodelle: Risikoabbau in Anlageportfolien kann zu niedrigeren Erträgen führen Förderinstitute sollten im Konsortium mit Geschäftsbanken agieren, um Finanzierungslücken zu schließen

(ddp direct) München, November 2012: Deutsche Landesförderinstitute stehen vor einem Wandel: Wichtige Geschäftsfelder wie der soziale Wohnungsbau verlieren an Bedeutung; gleichzeitig sinken die Fördermittel die Bund und Länder dafür zur Verfügung stellen. Auch weitere, traditionelle Ertragsquellen geraten unter Druck. Förderbanken stehen daher vor der dringenden Aufgabe, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und sich den neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Denn wichtige Bereiche wie die Energiewende, die energetische Gebäudesanierung und die Unterstützung von Existenzgründern bieten Förderbanken interessante Investitionsmöglichkeiten. Allein für die Energiewende werden in den kommenden acht Jahren Investitionen von rund 200 Milliarden Euro erforderlich sein. Dafür sollten Landesförderbanken im Konsortium mit Geschäftsbanken agieren. Doch dies setzt deutliche Professionalierung der Institute voraus: Sie sollten ihre internen Strukturen und Prozesse überprüfen, um in Zukunft effizienter wirtschaften zu können. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie von Roland Berger Strategy Consultants aus der Publikationsreihe think:act Content mit dem Titel „Förderbanken müssen sich neu erfinden“.

„Förderbanken, die sich den neuen Investitionsanforderungen am besten anpassen können, haben in Zukunft die größten Chancen“, sagt Klaus Juchem, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. “ Partnerschaftliche Finanzierungen mit den Geschäftsbanken bieten da spannende Geschäftsmöglichkeiten vorausgesetzt die Förderbanken schaffen es, effizienter zu werden.“

Das Kerngeschäft schrumpft
Das Kerngeschäft der Förderbanken besteht darin, verschiedene Projekte im staatlichen Auftrag mit öffentlichen Fördermitteln zu finanzieren. Doch aufgrund der Haushaltseinschnitte und der veränderten politischen Rahmenbedingungen sinken seit Jahren die öffentlichen Zuschüsse für verschiedene Vorhaben zum Beispiel im Bereich des sozialen Wohnungsbaus. Wurden 2002 noch fast 40.000 Wohneinheiten finanziell unterstützt, so waren es im Jahr 2010 nur noch 22.000 ein Rückgang von fast 45 Prozent.

„Die Schuldenbremse zwingt die Länder zu einer größeren Haushaltsdisziplin. Entsprechend werden die Spielräume für öffentliche Förderungen in den kommenden Jahren weiter abnehmen“, erläutert Roland Berger-Experte Dominik Löber. „Wegen der aktuellen Wirtschaftslage in vielen südeuropäischen Ländern wird außerdem ein steigender Anteil des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der nächsten Förderperiode in diese Länder fließen.“ So gehen die Experten davon aus, dass die EFRE-Fonds für die ostdeutschen Bundesländer in den kommenden Jahren um 30 bis 40 Prozent sinken werden. „Förderbanken sind daher gefordert, zur Schließung der entstehenden Lücke in den Bundesländern beizutragen“, erwartet Löber.

Bessere Refinanzierungsmöglichkeiten für Langzeitprojekte
Doch auch neue Perspektiven eröffnen sich in den kommenden Jahren für deutsche Förderbanken. Dazu gehören etwa die anstehende Energiewende und die Förderung von Existenzgründungen. Denn dank ihrer guten Ratings haben Förderinstitute bessere Refinanzierungsmöglichkeiten auf dem Kapitalmarkt; damit sind sie eher in der Lage größere Infrastrukturprojekte mit einem längeren Zeithorizont zu finanzieren.

„Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die Anforderungen der Aufsichtsbehörden den Spielraum der Geschäftsbanken teilweise eingeschränkt“, erklärt Roland Berger-Stratege Löber. „Geschäftsbanken halten sich daher bei der Vergabe von langfristigen Krediten zum Teil zurück bzw. erhöhen die Kreditkosten.“ Dadurch werden deutsche Förderbanken eine wesentliche Rolle beispielsweise bei der Finanzierung der Energiewende spielen. Für Förderbanken eine hervorragende Möglichkeit, Kreditinstitute in diesem Bereich partnerschaftlich zu begleiten.

Förderbanken als Konsortialpartner
Um als Konsortialpartner der Geschäftsbanken zu agieren, müssen die Förderbanken jedoch ihre Strukturen und Prozesse anpassen. „Förderbanken stehen vor der wichtigen Aufgabe, moderne Risikomanagementmethoden zu implementieren, ihre Prozesse und ihre Organisationsstruktur effizienter zu gestalten und ihre IT-Systeme zu modernisieren“, sagt Juchem. Dadurch könnten die Banken ihre Effizienz um bis zu 30 Prozent steigern.

Durch das Konsortialgeschäft sollten Förderbaken zudem eine Asset-Basis aufbauen, die es ihnen ermöglicht, höhere Erträge zu erwirtschaften. Denn nur so können sie die sinkenden öffentlichen Zuschüsse kompensieren und ihre Kosten decken. „Schaffen es Förderbanken, durch eine verbesserte Kosteneffizienz und eine nachhaltige Ertragsbasis auf eigenen Beinen zu stehen, so haben sie hervorragende Chancen, partnerschaftlich mit den Geschäftsbanken zu kooperieren. Durch die Partnerschaften können sie Finanzierungslücken schließen und ihrem Förderauftrag gerecht werden“, fasst Löber zusammen.

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