Stell Dir vor, Deutschland gehen die Ingenieure aus

Und keiner hört mehr hin

Von Ansgar Lange +++ Hamburg/Sindelfingen, Oktober 2013 +++ „Deutschland gehen die Technikfüchse aus“ titelte jüngst Spiegel Online. Der Befund ist nicht neu. Jetzt hat der Bildungsmonitor der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft http://www.insm.de/insm/Presse/Pressemeldungen/Bildungsmonitor-2013.html nur noch einmal bestätigt, was allseits bekannt ist: Deutschland gehen auf absehbare Zeit die Ingenieure und Facharbeiter aus. Hunderttausende dieser Zunft „verschwinden in den Ruhestand“ und die Zahl der Techniker wird bis 2030 um 1,8 Millionen fallen.

„Je öfter wir diese Botschaft hören, umso mehr stumpfen wir ab. Manche denken: Nach mir die Sintflut. Ich werde das nicht mehr erleben. Andere wiederum sagen Augen zwinkernd: Mathe und Naturwissenschaften haben mich in der Schulzeit auch nie interessiert. Das eigentlich Bedenkliche ist, dass die Fakten seit langem auf dem Tisch liegen und doch nicht genug passiert. Denn sollte das eintreten, was der Bildungsmonitor vorhersagt, dann sind unser Wohlstand und unsere Wettbewerbsfähigkeit gefährdet“, sagt der Personalexperte Michael Zondler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de mit Firmensitzen in Ludwigsburg, Sindelfingen und London.

„Wir können mehr Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker nicht auf Knopfdruck produzieren“, so Zondler. „Wir brauchen keine Debatten über Schulformen. Letztlich kommt es weniger darauf an, ob ein Schüler eine Haupt- oder Realschule, ein Gymnasium, eine Gesamtschule oder die neue Schulform Sekundarschule besucht. Schulischer Erfolg lebt zum größten Teil vom Engagement der Lehrer und der Art der Wissensvermittlung. Und genau hier müssen wir ansetzen. Wir brauchen einen innovativeren Wissenstransfer speziell bei den MINT-Fächern – also bei Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Wenn sich so wenig junge Menschen für die Fächer oder ein späteres Studium in diesem Bereich begeistern können, dann liegt es vielleicht daran, dass schon in der Schule keine Faszination entstanden ist. Wir sollten über die Lehrmethoden nachdenken. MINT-Lehrer müssen besonders gute und engagierte Pädagogen sein. Und sie sollten auch nicht nur theoretisches, sondern auch praktisches Wissen vermitteln. Das geht nur in viel engerer Kooperation mit Unternehmen und Leuten aus der Praxis“.

Ein Beispiel ist Kerstin Gleine, eine Lehrerin für Naturwissenschaften und Technik sowie Physik am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Hamburg. Sie bekam jüngst den Klaus-von-Klitzing-Preis 2013, benannt nach dem gleichnamigen Physik-Nobelpreisträger. Die Hamburger Lehrerin konzipierte und entwickelte für die Schule einen MINT-Zweig, der das forschende Lernen in den Mittelpunkt rückt und zu selbstständigem wissenschaftlichen Arbeite und Denken animiert http://bildungsklick.de/a/89253/schueler-fuer-naturwissenschaften-faszinieren. So legte sie gemeinsam mit ihren Schülern einen Lerngarten als naturwissenschaftliches Außenlabor an. Ihre Robotik-AG findet in Kooperation mit der Technischen Uni Hamburg-Harburg statt. Im Jahr 2013 bot sie für Oberstufenschülerinnen eine „Summerschool Luftfahrt für Mädchen der MINT-Excellence-Center Schulen Deutschland“ an, an der sich neben Hamburger Hochschulen auch Airbus, Lufthansa Technik und das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligten.

„Eine solche Wissensvermittlung ist sehr anstrengend für die Pädagogen, aber sie macht auch viel mehr Spaß als das bloße Abarbeiten dröger Lehrpläne. Generell sollten wir in Deutschland auch mal darüber nachdenken, ob besonders fleißige und erfolgreiche Lehrer nicht mehr verdienen sollten als ihre 08/15-Kollegen, die Unterricht von der Stange machen“, so Zondler.

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