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„Versteckten“ Zucker gibt es nicht

Ernährungsideologen verunsichern die Verbraucher

"Versteckten" Zucker gibt es nicht

Foto: Fotolia / Sergey Ryzhov (No. 5790)

sup.- Zucker gilt vielen Ernährungsideologen seit Jahren als Feind Nr. 1 der Menschheit. Dieser früher als „weißes Gold“ geschätzte Nährstoff soll dick, krank und süchtig machen. Wissenschaftlich betrachtet sind diese Behauptungen schlicht falsch. Zucker hat bereits 1989 von der FDA (Food and Drug Administration), der obersten US-Gesundheitsbehörde, den GRAS-Status (generally recognized as safe) erhalten und es gibt bislang keine neuen Erkenntnisse, die der Behörde Anlass für eine Korrektur gegeben hätten. Dennoch kommt kaum eine Ernährungs- oder Gesundheits-Diskussion ohne eine generelle Verteufelung von Zucker aus.

Diese ideologisch begründete Diskriminierung von Zucker hat Folgen: Die Verbraucher sind in erheblichem Maße verunsichert. So treibt mittlerweile nicht wenige Konsumenten die Sorge um, beim Einkauf im Supermarkt zu Lebensmitteln mit „verstecktem“ Zucker zu greifen. Fakt ist allerdings: Der Gesamtzuckergehalt bezogen auf 100 Gramm bzw. 100 Milliliter ist auf jedem Etikett angegeben, und zwar unabhängig davon, ob der Zucker bei der Zubereitung zugefügt wurde oder bereits von Natur aus in den Nahrungmitteln enthalten ist. In der Zutatenliste finden interessierte Verbraucher zudem genaue Angaben darüber, welche Zuckerarten verwendet wurden. Die immer wieder als große Überraschung überbrachte Nachricht, dass z. B. in Ketchup nicht nur Tomaten, sondern auch Zucker enthalten ist, grenzt an Volksverdummung.

Aber solche schlauen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen Wirkung, allerdings nicht im Kampf gegen Übergewicht und daraus resultierende Krankheiten. Im Gegenteil: Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact glauben 66 Prozent der Verbraucher, dass Produkte mit wenig Zucker kalorienärmer sind. Das ist jedoch eine falsche Annahme. Oft wird bei solchen Lebensmitteln Zucker durch andere Zutaten ersetzt, die sogar mehr Kalorien enthalten. Ebenso falsch ist deshalb die Ansicht, die 52 Prozent der Bundesbürger vertreten, dass sie guten Gewissens von zuckerreduzierten Lebensmitteln mehr essen können. Wenig verwunderlich ist aus diesem Grund, dass Menschen, die Zucker meiden, dadurch keineswegs zwangsläufig ihre Energiebilanz verbessern, sondern oftmals sogar verschlechtern. „Das weit verbreitete Feindbild Zucker verhindert eine Debatte über die eigentlichen Ursachen für die Übergewichts-Epidemie, an vorderster Stelle dem zunehmend bewegungsärmeren Lebensstil“, mahnt der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel, Co-Autor des gesellschaftskritischen Buches “ Die Zucker-Lüge“ (Ludwig-Verlag). Statt sich vor dem angeblich versteckten Zucker in Lebensmitteln zu fürchten, sollten sich die Menschen lieber Gedanken darüber machen, wie sie ihre Energiebilanz durch mehr körperliche Aktivität, Abbau von Stress und regelmäßigen Schlaf optimieren können.

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

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