Waschen, putzen, bügeln Prognos Studie belegt das Wachstumspotenzial einer jungen Branche

Waschen, putzen, bügeln Prognos Studie belegt das Wachstumspotenzial einer jungen Branche

(ddp direct) Berlin/Basel, 23. November 2012

Bis heute sind haushaltsnahe Dienstleistungen in Deutschland in weiten Teilen durch Schwarzarbeit geprägt. Eine aktuelle Studie der Basler Prognos AG untersucht jetzt erstmals die Struktur der Anbieterseite und macht konkrete Vorschläge, wie der Markt dynamisiert werden kann. Die in der Studie vorgeschlagenen Instrumente legalisieren einen bisher weitgehend illegalen Markt, stärken sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Dienstleistungsunternehmen und ermöglichen es mehr Müttern, ihre Erwerbstätigkeit auszudehnen. Die Förderung von professionellen und optimierten Dienstleistungsstrukturen wird aber nicht zum Nulltarif zu haben sein.

In mindestens 3 Millionen Haushalten wird illegal geputzt

Rund 12 Prozent aller Haushalte nahmen im Jahr 2010 haushaltsnahe Dienstleistungen im Durchschnitt für 4,5 Stunden pro Woche in Anspruch. Umgerechnet auf die Gesamtheit der Privathaushalte entspricht dies rund 4,9 Mio. Haushalten1. Zwei Drittel der Dienstleistungen werden dabei illegal erbracht. Dies bildet sich auch in der Zahlungsbereitschaft der Nachfrage ab. Nur 10 Prozent der deutschen Haushalte sind derzeit bereit, mehr als 11 Euro pro Stunde für haushaltsnahe Dienstleistungen zu zahlen.

Dies erklärt die immer noch geringe Zahl von rund 2.500 spezialisierten Unternehmen, 80.000 Soloselbständigen (Kleingewerbetreibende) und 234.000 Minijobbern denen rund 800.000 illegal Beschäftigte gegenüberstehen. Aus Sicht der Nachfrage sind es die Anbieter, die schwarz arbeiten möchten. Eine legale, vertrauenswürdige und zuverlässige Unterstützung ist schwer zu finden.

Die zielgenaue Förderung des Marktes beinhaltet drei Elemente

1.Wachstum werden legale Dienstleistungsunternehmen nur realisieren können, wenn sie auf ausreichendes und qualifiziertes Personal zurückgreifen können. Arbeitskräfte werden mobilisiert, indem die Professionalisierung vorangetrieben wird, einheitliche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen geschaffen werden, wettbewerbsfähige Löhne gezahlt und Hemmnisse zur Ausweitung der Erwerbstätigkeit abgebaut werden.

2. Die wichtigste Nachfragegruppe, die erwerbstätigen Familien- und Singlehaushalte, müssen sich die betriebswirtschaftlich notwendigen Dienstleistungspreise der Unternehmen leisten (können). Denn die kalkulierten Dienstleistungsendpreise der Unternehmen übersteigen auch unter Berücksichtigung der bisherigen steuerrechtlichen Förderung deutlich die Zahlungsbereitschaft der genannten Zielgruppe. Als Legalisierungsimpuls könnte ein sogenannter Firmenzuschuss zielgenau die Nachfrage in sozialversicherungspflichtige legale Beschäftigung leiten.

3. Sowohl die Nachfrage als auch die Anbieter bemängeln, dass zuverlässige Anbieter aufgrund fehlender Markttransparenz nicht schnell und unkompliziert erkannt werden können. Dabei existieren bereits erfolgversprechende Ansätze wie der Aufbau einer qualifizierten Dienstleisterdatenbank in Kombination mit Serviceagenturen für Firmen.

Nebeneffekt: Mütter in Teilzeit können mehr arbeiten

Die Unterstützung im Haushalt sehen viele Mütter als ein wesentliches Element zur Realisierung ihrer Erwerbswünsche an (53 Prozent). In den letzten 5 Jahren ist der Anteil der erwerbstätigen Mütter in Deutschland um über 5 Prozentpunkte gestiegen. Der Erwerbsumfang hat sich aber nicht verändert obwohl sich Mütter dies wünschen.

Das Arbeitskräftepotenzial, welches durch eine Erhöhung des Erwerbsumfangs der Mütter realisiert werden könnte, ist enorm. Wenn nur 330.000 Mütter ihre Erwerbstätigkeit um 3 Stunden pro Woche ausdehnen, entspricht dies rund 28.000 Vollzeiterwerbstätigen, so Michael Steiner, Bereichsleiter Familie & Soziales der Prognos AG. Verlässliche und professionelle haushaltsnahe Dienstleistungen sind für die Erschließung des Arbeitskräftepotenzials von Müttern ein wichtiger Baustein. Zu Recht sind haushaltsnahe Dienstleistungen Teil der Demografiestrategie der Bundesregierung, wie Michael Steiner betont.

Mit der Studie liefert Prognos einen Baukasten an Instrumenten zur Stärkung professioneller Dienstleistungsstrukturen.

Weitere Informationen und Download der Kurzfassung der Studie Dynamisierung des Marktes haushaltsnaher Dienstleistungen unter www.prognos.com/presse

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Die Schweizer Prognos AG berät seit 1959 europaweit Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft in Zukunftsfragen. Auf Basis neutraler Analysen und fundierter Prognosen entwickeln Experten in Basel, Berlin, Bremen, Brüssel, Düsseldorf, München und Stuttgart praxisnahe Entscheidungsgrundlagen und Zukunftsstrategien für Unternehmen, öffentliche Auftraggeber und internationale Organisationen.

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Prognos AG, Büro Berlin
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+49 30 52 00 59 222
[email protected]
http://www.prognos.com

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