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Wirtschaftliche Schäden durch Produktpiraterie

Markenfälschungen vernichten Umsatz und Arbeitsplätze

Wirtschaftliche Schäden durch Produktpiraterie

Grafik: Supress

sup.- Noch nie war es so leicht, kriminell zu werden: Tag für Tag verlassen unzählige Online-Händler, die es mit dem Urheberrecht oder der Markenechtheit nicht so genau nehmen, den Bereich des Erlaubten. Und das gilt auch für ihre Kunden, selbst wenn denen das häufig gar nicht bewusst ist. Bereits mit einem Bein in der Illegalität steht zumindest jeder, der angebliche Markenartikel als besonders preisgünstige „Schnäppchen“ bei dubiosen Kaufportalen im Ausland bestellt. Wird die gefälschte Markenware vom Zoll abgefangen, bleibt der Online-Käufer auf seinen Kosten sitzen. Besonders bei Bestellmengen, die auf eine gewerbliche Nutzung hindeuten, drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen sowie kostenpflichtige Abmahnungen der Rechteinhaber. Produktpiraterie ist nämlich kein Kavaliersdelikt: Allein durch gefälschte Schuhe, Kleidung und modische Accessoires werden laut dem „Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt“ (HABM) jährlich 363.000 Arbeitsplätze in ganz Europa vernichtet. Die Einnahmeeinbußen legaler Unternehmen in Herstellung, Großhandel, Einzelhandel und Import summieren sich durch den Verkauf der Plagiate auf 26,3 Mrd. Euro. Werden auch die Auswirkungen auf Zulieferer berücksichtigt, liegt der Negativ-Effekt auf die Beschäftigung in Europa sogar bei 518.000 Arbeitsplätzen und die Gesamtverluste steigen auf insgesamt 43,3 Mrd. Euro.

„Diese Kriminalitätsform lässt sich nur bekämpfen, indem die Vertriebswege der Täter gekappt werden“, sagt Dr. Alexander Dröge vom Markenverband e. V.: „Nachdrücklich ist die Politik gefordert, die Ströme gefälschter, vor allem über das Internet vertriebener Waren aus dem Ausland nach Deutschland einzudämmen.“ Dafür muss auch bei den Konsumenten das Bewusstsein für den Wert echter Markenware geschärft werden. Billig eingekaufte Imitate oder No-Name-Produkte können nämlich niemals den Ansprüchen gerecht werden, die in Sachen Produktgüte, Fertigungskontrolle, Gewährleistung und Kundenservice an echte Qualitätsmarken gestellt werden dürfen. Leider unterläuft ausgerechnet das Bundeskartellamt diese notwendige Aufklärungsarbeit, indem es die Hersteller zunehmend daran hindert, sich durch individuelle Markenpflege und Profilierung eigener Vertriebswege vom Discount-Niveau der Internet-Plattformen abzugrenzen. Auch die höheren Kosten für Mitarbeiterqualifikation, Erreichbarkeit, kompetente Beratung und Öffentlichkeitsarbeit sollen nach Meinung der Behörde vielfach nicht mehr in die Preiskalkulation einfließen dürfen. Nach Ansicht des Wirtschaftspublizisten Detlef Brendel (http://www.pressebuero-brendel.com), Autor des Fachbuchs „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5), droht den deutschen Kunden als Konsequenz dieser wettbewerbsverzerrenden Kartellpolitik schon bald ein „Discountry“, also ein „ausschließlich an Niedrigpreisen orientiertes Discount-Angebot ohne die Dienstleistungsvielfalt mittelständischer Fachgeschäfte“. Denn eine Nivellierung der Vorzüge echter Markenware mindert letztlich die Kompetenz der Verbraucher beim Vergleich von Angeboten. Und das wiederum spielt den Produktpiraten in die Hände.

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